Donnerstag, 25. Februar 2016

18tes Klappstuhl

Nach einigen kleineren, und zum Teil komplizierteren Tüfteleien und Eigenbauten befand ich es als an der Zeit endlich mal den "Klappstuhl" auszugraben.
Die Idee hätte ich schon vor längerer Zeit, als ich im Rahmen der Lagerkram-Recherche in einer Sammlung der 18th century Material Culture Research Center einige Abbildungen fand.

Es musste doch möglich sein, einen ähnlichen Stuhl,möglichst ohne viel Aufhebens selbst herzustellen.
In einer weiteren Sammlung zum Thema Furniture -seating fand ich diverse Stuhlmodelle, die so, in leicht abgeänderter Form, heute noch vorkommen. Z.B. in einem großen schwedischen Möbelhaus.
Dies ist der erste Schritt in Richtung möglichst authentische Lagerausstattung und bei Weitem noch nicht dort wo ich gerne wäre. Jedoch ist ein modifizierter Ikea Stuhl optisch schon näher daran, wo ich hin will als die unsäglichen MA Steck- und noch schlimmer die grausigen Regiestühle.
Bei einem Besuch in einer Filiale meines schwedischen Freundes wurde ich vor einigen Wochen dann auch fündig....

Das Modell Ivar ist nicht nur günstig sondern auch robust und schlicht. Er kommt einem einfachen Bauernstuhl schon recht nahe. Der geschwungene Rücken passt in dieser Form in die Zeit, zumindest in den Grundlagen. Die leicht nach hinten abgewinkelten Hinterbeine sind eher grenzwertig, geben aber, hoffentlich, auf unwegsamem Terrain etwas mehr Halt.
Zusätzlich benötigt man eine Handvoll Scharniere (Messing) und Schlitzschrauben
 sowie natürlich Leim und Werkzeug.
Ausnahmsweise habe sogar ich diesmal zur Stichsäge gegriffen ;) .

Leider liefert Ikea den Bausastz so wie abgebildet. Das ist für uns natürlich kontraproduktiv, da genau die Seiten bereits verbunden sind,die wir falten wollen.
Und wie schon das alte Sprichwort sagt :
Was der Schwede zusammengefügt hat, das soll die Stichsäge trennen.
oder so...

Was auch immer, der erste Arbeitsgang ist zumindest alles zu trennen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass möglichst nah und sauber an den Beinen abgetrennt wird. Auch sollten die Seitenteile hinterher weiterhin gleich lang sein.  Das hört sich leichter an, als es ist!

Damit die zu leimenden Vorder- und Rückenteile in Ruhe trocknen können, ist der nächste Schritt das Verleimen der Sprossen im Rücken sowie des Rahmens.







Als nächstes nehmen wir uns die gerade abgesägten Seitenteile und halbieren sie. Ich habe beide auf einmal gesägt,so damit der Schnitt auch wirklich an der gleichen Stelle ist.

Nun kommt die erste etwas kniffligere Aufgabe, das möglichst bündige Einsetzen der Scharniere. Nach dem Anreißen wird mit einem Stemmeisen, oder wie in meinem Fall, einem Schnitzmesser ein wenig Holz ausgehoben und das Scharnier dann eingesetzt.
Beim Einsetzen sollte, zumindest bei IVAR, darauf geachtet werden, dass die Scharniere in die richtige Richtung öffnen, da die jeweiligen hinteren Teile angeschrägt sind
Dann kann es auch schon ans Verbinden gehen.
Die Seitenteile werden mittels weiterer Scharniere mit den Vorder- bzw. Hinterbeinen verbunden.
Auch die Sitzfläche wird, nachdem man die hintere Kante ein wenig angegratet hat, mit 2 schmalen Scharnieren an der Rückenlehne befestigt.


Um dem Stuhl ein wenig mehr Stabilität zu geben, kann man innen an der Sitzfläche ein paar Hölzer auflatten, die die Scharniere auf Spannung halten.
Empfehlenswert!


Alles was dann noch fehlt ist eine gute Schicht Lack und fertig ist der Klappstuhl!

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