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Donnerstag, 5. November 2015

Das Fusselmonster ist fertig!



Hapschüh! Was für eine Fusselei! So schnell verarbeite ich Kunstfell nicht wieder! Aber nun ist es vollbracht, die quietschgrüne Pelisse ist fertig. Jetzt ist wohl jedem klar, welchen der Vernet-Kupfer ich zum "Nachbau" ausgesucht habe.
Atchoo! What a lint and sewing dust! I will not use faux fur anytime soon again! But now I'm finished, the screaming green Pelisse is finished. I recon everyone now knows which fashion plate I chose to "rebuild".

Konstruiert habe ich den Schnitt dafür möglichst einfach. Auf dem Kupfer ist keine Naht zu erkennen, mag sein, dass dies mit Rücksicht auf die Verarbeitung mit Persianerfell so angegeben ist, bei der man sich möglichst viele Nähte ersparen will. Ich habe also die Pelisse aus einem langen Stück ohne Schulternaht zugeschnitten. Für die glockige Weite habe ich an den Seiten Keile eingesetzt.  Der Ärmelschnitt ist ebenfalls einteilig und an den Schultern sehr weit geformt.
I created the pattern as simple as possible. There's no recognizable seam to be seen on the fashion plate. It's possible that this is due to the usage of the persian, with which you'd probably try to make as few seams as possible. So I cut the Pelisse in one, long piece, without shoulder seams. For the bell like width I added wedges on the side. The sleve pattern also is in one piece with a lot of width around the shoulders.

Die Verarbeitung der Materialien war recht schwierig, weil Ober-und Futterstoff in ihrer Beschaffenheit nicht so recht zueinander wollten. Der grüne Wollstoff ist sehr leicht und locker gewebt, und ich musste höllisch aufpassen, keine Fäden zu ziehen. Sperrig ist dagegen das schwere, schwarze Persianerfell - natürlich aus Webpelz - das als Futter vorgegeben war und die Pelisse sehr warm und kuschelig macht. Für den grellgelben Kragen, der auf der Rückseite mit einem gesteppten Zickzack-Muster dekorativ versteift ist, fand ich einen Seidensamt im exakt passenden Ton.
Mal ganz ehrlich: ich finde die Farbkombination von Schwarz, Quietschgrün und Grellgelb gelinde gesagt "gewagt". Es sind so gar nicht meine Farben!
The handling of the materials was quite difficult since inner and outer fabric differed so much in their nature. The green wool is very light and has a loose weave and I had to be extra cautious not to pull out threads. The persian -faux of course- was more on the cumbersome side. It was named for the lining on the plate and makes the Pelisse really warm and comfy. For the screaming yellow collar, which is decoratively stiffened by a zigzag on the back, I found a yellow silk velvet matching the given colour to a tee.
But honestly: the combination of colours black, poison green and a screaming yellow.... I find it a bit adventurous. Not my colours entirely. 

Ich hab ja lange darauf gewartet, dass die Dame auf dem Kupfer sich endlich mal umdreht, um mir die Vorderseite ihrer Pelisse zu präsentieren, jedoch sie wollte einfach nicht. Also musste ich mir selbst etwas ausdenken, habe mich aber auch an Originalen aus etwa dieser Zeit orientiert.
Vom Halsausschnitt bis zum Gürtel, der unter der Brust mit Häkchen geschlossen wird und mit einem Schmuckelement aus goldfarbenem Metall dekoriert ist, ist die Vorderseite der Pelisse mit Haken und Ösen verschlossen. In der Rückenmitte habe ich die Fältchen mit ein paar Stichen fixiert. Auch den Gürtel habe ich festgenäht, damit er auf der richtigen Höhe bleibt.
For a long time I waited for the woman on the fashion plate would turn around and show me the front of the Pelisse, but she didn't want to. So I had to conjure up something on my own. Of course, orienting on originals dating from the time.
From the neckline to the belt, which is fastened with hook and eye right below the breast and has a golden decor element. The Pelisse is also closed with hooks and eyes. 
In the middle of the backside I've fastened the folds with a few stitches to keep them in place. I also added a few stichtes to fasten the belt and to keep it in place. 



Die Pelisse trägt sich recht angenehm, weil die weiten Ärmel für ein Kleidungsstück dieser Zeit ungewohnt große Bewegungsfreiheit gewähren. Der Samtkragen schmiegt sich weich an die Wangen und das Fellfutter ist wunderbar kuschelig. Aber die Farbkombination ....
The pelisse is really comfy to wear since the sleves are rather wide for a piece of clothing from that era and they yield a lot of room to move. The velvet collar nestlest to your cheeks and the faux fur lining is so soft and warm. But the colours....

Es wird Zeit zum Ende zu kommen, der Bau des Riesenhutes wartet als nächste Herausforderung!
It is time to draw this project to an end, only left now is the construction of the big hat. The next challenge!

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Vernet Lederhose


Als ich vor über einem Jahr der Einladung folgte, am Vernet Projekt teilzunehmen, hatte ich nur eine vage Ahnung davon, was auf mich zu kommen würde.
Ich bezeichne mich ja eigentlich noch immer als Nähanfängerin, die Nähen nur als Mittel zum Zweck betreibt.
Der reine Fakt, dass ich gefragt wurde, erstaunte mich schon.
Und es reizte mich in einer Gruppe so versierter Kostümer zu arbeiten.
I only had a vague concept what would be awaiting me when I joined the Vernet Project a year ago. 
I'm still a novice when it comes to sewing, seeing it more as a tool than a passion.
The shere fact that i was asked astounded me.
And it was appealing to work in a group with such accomplished costumers.

Als ich dazu kam waren einige der Modekupfer schon vergeben, so dass die Auswahl schon ein wenig eingeschränkt war.
Meine erste Entscheidung, ein Kleid rein nach Optik aus zu suchen,  hinterfragte ich schnell, als ich mir das Kleid genauer ansah und festellte, dass ich allein an den Stickereien schon scheitern würde.
When I joined several plates were already taken, so I hat only a few to chose from. 
My first desicion was purely based on the looks, a desicion I quickly stepped away from  when I took a look at the details and conclued that the embroidery alone would kill me.

Es waren noch einige männliche Outfits frei, und ich hielt es für eine sehr gute Idee, ein Herren Outfit zu machen.
Wie schwer kann sowas schon sein?
Keine Stickereien, keine speziellen Muster oder teure Stoffe. Im Nähen von Jacken hatte ich Dank der Uniformen schon Übung.
Das sollte ein Klacks sein!
There were several male outfits left and I figured it would be a nice idea to take a male one. 
How difficoult could that be?
No Embroidery, no special patterns or expensive fabrics... And i was already skilled in sewing coates because of the uniforms.
Piece of cake!

Also suchte ich mir einen Stich aus und meldete mich mit dem an.
I decided on a Fashion plate and signed it up.

Ich hatte erwähnt das ich kein Französisch spreche?
Nein?
OK.
Ich spreche kein Französisch.
Did I mention that i don't speak french?
No?
Ok.
I don't speak french.

Ich hatte nicht gelesen, was über dem Kupferstich stand. Die Zeichnung war hübsch und dann kann man die auch machen....
I did not read what was written above the plate. The drawing was nice and that was enough to decide on it....

Es dauerte ein paar Tage bis ich soweit war den Text zu übersetzen. Da hatte ich die ersten Stoffe auch schon organisiert.
Und da fand ich heraus, dass ich eine "Buckskin" Lederhose nähen musste. Eine Hirschleder Hose.
Mein Gesichtsausdruck muss ein ganz spezieller gewesen sein.
It took me a few days to translate the text. By then I already had bought the first fabrics.
And then I found out that I had to sew buckskin breeches. 
I must have had a very special facial expression.

Aber ich bin ja kein Spielverderber!
Also ging es zuerst einmal daran ein passendes Leder zu finden.
Vom Schuhe basteln und von nähenden Freunden wusste ich schon, dass Leder nähen anstrengender ist, daher hielt ich es für sinnvoll die Hose nebenher zu bearbeiten.
But I'm not a spoilsport!
So the first thing was to find the propper leather. 
Building shoes and talking to leatherworking friends taught me that sewingleather was no piece of cake, so I thought it sensible to have the breechest run along the span of the year. 

Nun, Ich habe fast 8 Monate gebraucht.
Ich konnte nicht jede Woche daran arbeiten, so dass es sich länger hin zog, als ich erwartet hatte.
Und ich muss ehrlich zugeben, ich hatte Angst, dass ich sie nicht fertig bekomme.
Aber, ich habe es geschafft!
Lange Rede, kurzer Sinn; Hier die Entstehung in Bildern:
Well, it took me 8 months.
I wasn't able to work on it every week so it took me longer than I expected. 
And I have to admit I was afrait that I wouldn't manage it in time.
But, I did it!
Long story short, Have some photos!



Die Felle und das Schnittmuster
the skins and pattern


Der Vereinfachte Schnitt platziert

und der Zuschnitt
The simplified pattern and cutting it.

Und das Nähen.....
And the sewing.....

 Und das Nähen...
And sewing.....
 Und irgendwann war das Ende nah!
And finally, the end is near!



Und da war sie dann endlich!
Meine erste, eigene, selbstgenähte Lederhose!
And there it was!
My first, own, self sewn pair of leather breeches!











Sorry den konnte ich mir nicht verkneifen :D
Einfach weiter Scrollen!
Sorry, couldn't resist :D
Just scroll on :D












Donnerstag, 17. September 2015

Ein Schanzenlaufer für Weimar



Für die diesjährige Reisegesellschaft in das Weimar der Frühromantik musste ich noch meine Garderobe ein wenig komplettieren. Im September kann es in Thüringen ja schon ein wenig kühl und regnerisch werden, da könnte ein schützendes Kleidungsstück vonnöten sein .

For this years toursit party to the Weimar of the early romantics I had to complete my wardrobe. September can be chilly and wet in Thuringia, one needs protective clothes.

Beim Stöbern auf Pinterest sind meine Augen immer wieder sehnsuchtsvoll bei einem Mantel hängen geblieben, der sich in der Sammlung des Metropolitan Museum in New York befindet.
Foto: Met. Mus. NY
Er ist von einer wunderbar lässigen Eleganz und so zeitlos, dass ich ihn am liebsten auch im Alltag tragen würde. Ich finde ihn einfach todschick. Den wollte ich haben, und da für die Tage in Weimar auch eine Landpartie zu Schloss Belvedere angekündigt war, hatte ich erst recht einen Grund, ihn nachzuarbeiten.

Whilst browsing throught Pinterest my eyes, again and again, wandered longingly to a coat which can be found in the Metropolitan Museums collection in New York.
It's wonderful casual elegance is so timeless that I'd actually wear it on a day to day basis. I just love it. I wanted this coat, and since there was an outing planned in Weimar, to visit Belvedere manor, I had the perfect excuse to reconstruct it.

Sabine (Kleidung um 1800) wies mich darauf hin, dass diese Art Redingote im Journal des Luxus und der Moden  unter dem Begriff "Schanzenlaufer" erwähnt wird. In der Novemberausgabe des Jahres 1800 ist auf der Kupfertafel 32  " eine junge deutsche Dame in einem Schanzenlaufer oder schwarzem Ueberrock von Casimir nach neuester Mode" abgebildet. Der Autor weist in der Beschreibung darauf hin, dass dieses Kleidungsstück als erstes von den Amsterdamer Damen aus Patriotismus getragen worden sein soll und meint abschließend, dass es gewiss eine gesunde und bequeme Herbsttracht sei. Eine zweite Erwähnung findet sich im Journal aus dem folgenden Jahr im Mai, in einem Bericht aus London: "Zu Ehre des Sieges bei Copenhagen tragen jetzt die englischen Damen beim Morgenausgange Oberröcke, die man Copenhague-Coats nennt. Es sind die Schanzenlaufer der Holländerinnen mit einer kleinen Veränderung des Schnitts." Von der lieben Svenja erhielt ich den Hinweis auf die Nennung des Schanzenlopers bei Caroline des la Motte Fouques "Geschichte der Moden" als mantelartige Bekleidung der Schanzenarbeiter in Holland und den Niederlanden.
Auch in der Schweiz war der Begriff "Schanzenloper" geläufig - obschon er in meinen Ohren ganz unschweizerisch kingt . Im Zürichischen Wochenblatt von 1805 findet man ihn in der Warenaufzählng eines Kleiderladens am Rindermarkt. Das Schweizerische Idiotikon  beschreibt den Schanzenloper als "langer und weiter, aus dickem Stoff gefertigter, meist mit Pelz verbrämter Überrock für Männer", der gewöhnlich nur zu Hause getragen wurde oder als großen Nachtrock. Im Z(üricher) Spital wurden so die Schlafröcke der Männer genannt, dort bestand sogar ein eigener Schanzenloper-Fond zur Anschaffung der selben. 1799 findet sich die Bezeichnung in einer Züricher Schneiderrechnung. Schanzen-Lopper wird 1835 in Zürich ein leichter Überrock  genannt. Die Anmerkung weist daraufhin, dass das niederdeutsche-niederländische Wort wohl mit der Sache vom Norden in die Schweiz gelangt sei.

Sabine ( Kleidung um 1800 ) informed me, that this kind of redingote showed up in the "Journal des Luxus und der Moden" under the name "Schanzenlaufer". The november Volume of the year 1800 contains the fashion plate 32 "eine junge deutsche Dame in einem Schanzenlaufer oder schwarzem Ueberrock von Casimir nach neuester Mode" (a young german girl wearing a Schanzenlaufer or a black overcoat made of Casimir after the latest fashion). The author adds in the describtion that this sort or clothing was first worn by patriotic women in Amsterdam, and closes with the statement that it would very well be a sensible and comfortable autumn garb.
A second reference can be found in the folowing years Journal, in the may volume. A report from London states "To honour the Copenhague victory, the women are now wearing so called Copenhague-Coats for their morningwalks. They are the Schanzenlaufer of the dutch women with slight alterations to the cut." Dear Svenja told me about a reference to a Schanzenloper in Caroline des la Motte Fourques "Geschichte der Moden" (History of fashions) as a coatlike garnment worn by the redoubt workers in Holland and the Netherlands.
Even in Switzerland the name "Schanzeloper" was known, even tho it sounds so un swiss to my ears. in the Zürichischen Wochenblatt von 1805 you can find it amongst the stock lists of a swiss fashion shop at the Rindermarkt. The  Schweizerische Idiotikon describes the Schanzenloper as "long and wide mens overcoat fashioned from thick fabric and lined with fur." which usually was worn at home or as some sort of a Banyan. In the Zurich infermery the mens nightgowns were called Schanzenloper, they even had their own stock of such garnments. One can find the term on a 1799 aquisition bill from a Zurich taylor. in 1835 Schanzen-Lopper is the term for a light overcoat. A reference explains that the dutch / german word traveled alongside the garnment into switzerland.

Das Original in New York, wird vom Museum auf etwa 1790 datiert, stammt aus Europa und ist aus einem leicht knittrigem sandfarbenem Baumwollstoff gearbeitet.  Einzige Dekoration sind die schwarzen Einfassungen an Kragen und Ärmelaufschlägen. Mit seiner Pelerine und den angedeuteten Taschenklappen auf der Rückseite lehnt sich die Form des Mantels an die Herrenbekleidung an. Am Oberkörper ist er schmal geschnitten und springt nach unten hin weit auf, an den Seiten sind zusätzlich Keile eingesetzt, die zu mehr Weite verhelfen sollen.

The original from New York is dated by the museum to 1790, of european origin and is fashioned from a slightly wrinkled sand coloured cotton fabric. The only piece of decoration are the black lining on the collar and sleves. With the tippet and the hinted pocket flaps at the back, the coat is similar to a mens coat. Cut narrow on the upper body and opening wide towards the bottom, wedges are added in the sides to give it further width. 

Für die Nachbildung wählte ich einen mittelschweren Canvas (Sabine hat mir bei der Suche nach dem geeigneten Stoff hilfreich zu Seite gestanden). Ich hab ihn zuerst gewaschen, um die steife Appretur zu entfernen und danach ganz zart gefärbt. Den Farbton des Originals habe ich nicht genau hinbekommen, aber es gefällt mir so wie es ist.

For my reconstruction I chose a middle weight canvas (Sabine kindly helped me with the search for a good fabric). I washed it to get rid of the stiff dressening and then carefully dyed it. I didn'T manage the colour of the original 100% but I like it the way it is. 

Am Schnitt habe ich eine ganze Weile herumgetüftelt, ob ich ihn genau getroffen habe, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber im Großen und Ganzen, fällt der Mantel wie das Vorbild. Die Ärmel sind aus zwei Teilen zusammengesetzt und recht eng und mit "Armbeuge"geschnitten. Die Aufschläge haben eine hübsche Rundung am Rand und sind mit schwarzem Band eingefasst.

The pattern was a piece of work and it took me quite a while to fit it propperly. I can't say if i managed the original pattern but on the whole the coat falls and looks like the orginal. The sleves are made of two pieces, quite tight and cut with an "ellbow crook". The cuffs have a nice rounding on the edge and are lined with the black ribbon.


Die Pelerine habe ich doppellagig (anders als beim Original) gearbeitet, damit sie schöner fällt und gegen Regen Schutz bietet. Sie wird von einem aufgenähten schwarzen Band umrandet. Der Mantel ist nur im oberen Bereich und den Ärmeln gefüttert. Beim Vorbild im Metropolitan Museum scheint das Futter eine Art aufgerauhter Barchent zu sein, was sicher auch einen wärmenden Effekt haben sollte. Ich entschied mich für dicht gewebtes Leinen.

Differing from the original is the tippet which I double layered to give it a bit more form and to have a bit more protection from the rain. It also is framed by the black ribbon.
The coat is only lined in the upper body and sleves. It seems the original lining is made of barracan, which certainly has a warming aspect to it. I decided on tightly woven linnen.


Die Verarbeitung des festen Canvas war recht mühsam, mit einer dickeren Nadel ist er kaum zu durchdringen, dafür musste so manche der dünneren Exemplare verbogen in den Mülleimer wandern. Viele lange Nähte waren zu bewältigen, und Weimar rückte unaufhaltsam näher. Zum Glück wird mir beim Autofahren nicht schlecht, und ich konnte die Anreise für die letzten Arbeiten an dem guten Stück nutzen.

The handling of the firm canvas was really tedious, it was near to impossible to penetrate it with a thicker needle, leading to a lot of bend and broken thin needles wanderin into the litter bin. A lot of long seams were to conquer, and Weimar was drawing close. Luckily for me I don't get travel sick in a car, so I was able to use the drive towards Weimar for the finishing touches.




Ich war wohl die Einzige der Weimarer Reisegesellschaft, die sich über das durchwachsene Wetter beim Ausflug zum Schloss Belvedere gefreut hat...

I think I might have been the only one glad about the unsteady weather on the Belvedere outing....


Foto: Eliane Caramanna

Donnerstag, 2. Juli 2015

Mein neuer Nähkasten / My new sewing kit


Dafür, dass ich schon seit einiger Zeit handarbeite ist meine Austattung eher dürftig.
So war unlängst Thema, dass ich nicht mal ein Nadelkissen besitze.
Abhilfe wollte ich schon vor einiger Zeit schaffen, als ich auf Ebay ein "Nähkästchen" ersteigerte, welches mir optisch recht nett erschien. 
Dummerweise war es ein Biedermeier Nähtisch und damit weniger transportabel als ich mir gedacht hatte. 
Even tho I've been seing for quite a while now my equipment is rather poor. 
I had a discussion a while ago because I don't even have a pin cusion.
I thought i had founr a remedy when i got a nice bidermeier sewing box on ebay. I liked the look and didn'T check the measuremnts. came out i got a sewing table. a bit difficult on the transportation side of things.

Dass ich eine Lösung brauchte war klar. 
Die Frage war nur wie?
Das Internet hatte viele hilfreiche Ideen. 
Allerdings stand schnell fest, dass ich nichts Fertiges kaufen wollte sondern lieber mal schauen wollte, was meine Vorräte an Krempel so hergeben.
It was obvious that I needed a solution. 
The question remained, how?
The internet held some helpful ideas.
Even tho it occfured to me, quickly, that I didn't want to buy something ready made. 
I prefered checking my piles of "usefull" stuff

leerbox photo C by Gundi
Ich benutze schon seit längerem eine leere Lauensteiner (Pralinen) Holzkiste als "Projektkiste" für ein aktuelles Stickprojekt.
Diese Kiste hat ein herrliches Format. Groß genug um viel an Material und Werkzeug zu fassen, leicht und kompakt genug um sie schnell einzupacken... Sprich: eigentlich toll. 
Nur... wenn man alles in eine Kiste reinkippt ist Chaos vorprogrammiert.
For a while now I've been using a (Lauensteiner) chocolate box as a project box for an ongoing embroidering project.
This box has perfect measurements, big enough to hold several materials and tools but still small, and light enough to grab it and take it somewhere.
In one word: Great!
But, if you just throw everything into a box it'll be chaos in no time.

So ein wenig was zum Ordnung halten wäre nett.
Zudem, das muss ich zugeben, manchmal muss ich sortieren und ordnen, für den Seelenfrieden. 
leerbox photo C by Gundi
Und wenn man eh auf Material für mehrere Projekte wartet (danke Poststreik!)
Keeping things a bit tidy would be nice. 
And I have to admit, sometimes I have to sort stuff and order things, it sets me at ease.

Ein weiterer Grund waren auch die vielen angefangenen Projekte. 
Abends im Bett wird gestickt (mit der Stickkiste)
Am Schreibtisch liegt ein Paar Breeches. auf dem anderen Schreibtisch eine Portmanteau, im Wohnizmmer eine Open Gown... *seufz*
Alles schön getrennt, damit man mit Materialien und auch mit dem Platzverbrauch nicht durcheinander kommt.
Another reason would be the many different projects which i have littered all over my flat.
I embroider in bed (with the project box)
At my desk there's a pair of breeches, on the other desk a portemanteau, in my livingroom an open gown.... *sigh*
Everything neatly seperated so the materials and the usable space don't get mixed.

Aber es gibt eben auch ganz viele Materialien, die an allen Baustellen benötigt werden.
Fingerhut, Maßband. Nadel und diverse Fäden, Stecknadeln. Ganz zu schweigen von Scheren und Nahttrennern.
Und eben hinter diesen Sachen hab ich immer hinterher gesucht. weil ich sie mal da, mal dort hatte liegen lassen.
But there are a lot of materials which you need with every project. 
Thimble, measuring tape, needles, threads, pins.. Not even mentioning scissors and seam ripper.
Those were the things i spent most of my time hunting after cause I left them littered all over the place.

Also musste eben eine Kiste her.
Und warum nicht die nehmen, die eh schon da ist?
Nur ein wenig "gepimpt" musste sie noch werden.
I needed a box.
So why not use the one already more or less in place?
I only nedded to pimp it a bit.

Nachdem ich Gundis altes Nähkästchen repariert hatte, stand der Plan ein dickes Nadelkissen auf den Deckel zu montieren.
Macht das Zielen einfacher, man kann auch mal blind hinlangen und Stecknadeln abwerfen.
Da ich noch ein schönes Stück meiner Indienne hatte, hab ich einfach das benutzt, um das Kissen zu bespannen und hab dann direkt die Kiste farblich ähnlich gestrichen.
After I had repaired Gundis sewing box I had decided that it would be a good idea to put a big pin cushion on the top. 
Makes it easier to aim. you can put the pins down without looking.
Since I had some onf the indienne left I decided to use it for the cushion and to paint the box accordingly.

Dann kam das Innenleben:
Grundidee war ein Stück Leinen, halb geschlagen und alle paar cm
abgenäht, so dass sich kleine Taschen formen, und damit die Seitenwände verkleiden. Das schafft Platz für Kleinkram
wie z.B. die frisch gebastelten Zwirnsterne.
Then I started on the inside. 
The main idea was a piece of linnen, folded half and sewn together every few centimeters, so it forms little pockts. This was used to coat the side walls of the box. Offering space for the little knick knacks like my freshly made thread winders

Irgendwie finde ich einfach das sieht netter aus als die Plastik Garnspulen.
und bei Stickgarn die ultimative Lösung!
I just think they look so much nicer than the plastic spools.
and they're "The" idea for embroidering thread!



Die bei Ebay geschossenen Garnspulen werden auch nach und nach ihren Weg in den Kasten finden, wenn es mal authentischer sein soll und herrlich wenn man sich Faden auf Vorrat wachst.
The wooden spools I found on Ebay will find their way into the box sooner or later aswell. 
For when I need a bit of a more authentic kit.
They're also nice when you need to stock up on pre waxed thread.


Natürlich musste mein neues, selbst gebasteltes mini Nadelkissen  auch rein.
Die Alternative wenn man mal ein wenig beweglicher sein muss.
Z.B. beim Abstecken oder auf Reisen. :)
Of course, my new small pin cusion also found a place inside.
It'S the alternative when you need to be more mobile. for example when you work on the tailors manequin or are traveling. :)


Wie man sieht, es füllt sich schon recht gut.
An der Innenseite des Deckels habe ich ein wenig Gummiband gespannt um dahinter weitere Kleinteile fest zu klemmen.
As you can see, it's already filling up quite nicely.
On the inside I atached a rubber band to pin small things and papers behind.

Noch nicht ganz so ordentlich,
Wir arbeiten daran.
As you can see not that tidy, yet.
But, we're working on it.


Donnerstag, 18. Juni 2015

Pariser Capote für Frau Holpriger


Nun kann ich endlich raus damit! Dank der Deutschen Bummelpost, war ich dazu verdonnert mit diesem Blogpost zu warten, bis ein längst überfälliges Paket mit einem Hochzeitsgeschenk bei der Adressatin angekommen war. Es enthielt einige Modekupfer entnommen den costumes Parisienne aus dem frühen 19. Jahrhundert, die ich im Namen der Schenkenden in einem Auktionshaus erworben habe. Ich nahm mir die Freiheit, von einem Kupfer Fotos zu machen, denn eine darauf abgebildete Capote reizte mich zum Nacharbeiten. Aber ich wollte natürlich die Überraschung nicht verderben und habe bis jetzt stillgehalten.

Finally I am able to post this blogpost! Due to the german snailmail I had to wait for ages till a special wedding gift arrived at the home of the newlyweds. It contained several fashion plates from the Costumes Parisienne dating to the early 19th century, which I had bought for a group of friends to gift. I took the liberty of making photos of one of the plates, because a capote pictured there was begging to be re-constructed by me.
But of course I didn't want to spoil the surprise by blogging about it before the parcel arrived.


Die besagte Capote erscheint auf dem Kupfer sogar zweimal abgebildet, in Dunkelblau von vorne und von der Seite in Grün. Beschrieben sind sie: "Capotes en Taffetas e Rubands de Paille".  Da von meinem neu bezogenem Schirm noch ein Rest grüner Seidentaft übrig war, wählte ich die grüne Variante. Anstelle der Bänder aus Stroh entschied ich mich für Paspeln aus der gelblichen Seide, aus der ich mein Ballkleid genäht hatte. Sie würden der Capote die gleiche Festigkeit geben.

Said Capote seem to be picutred twice on the plate a front view in dark blue and a side view in green. they're described as "Capotes en Taffetas e Rubands de Paille".I had some green silk tafetta left over from a parasol I recently revamped so it wasn't far a leap to decide on the green capote. Instead of the straw ribbons I decided on piping made of the yellow/orange silk I had used for my ballgown. It would give the capote the propper grip.

Zuerst machte ich mich an die Tüftelei für den Schnitt. Die Krone ist aus zehn dreieckigen Segmenten zusammengesetzt, deren Seitenteile zur Spitze hin leicht gekrümmt sein müssen, damit aus ihnen eine hohe Kuppel entsteht. Über einige Versuchen mit Dummies aus Pappe gelangte ich endlich zur richtigen Form. Für den ebenfalls aus einzelnen Teilen zusammengesetzten Schirm ging ich ebenso vor.

First I had to fiddle with the pattern. The Crown is made of triangular segments, slightly curved towards the tip so they form a high dome. I nedded several trial cardboard mock ups but finally found the right form.
The visor is made of similar shapes.

Mit Hilfe der so entstandenen Muster schnitt ich die Segmente nun sowohl aus der grünen Seide als auch aus steifen Stramin - diesen ohne Nahtzugabe - aus, der der Festigung der Form dienen sollte. Aus der "nimmzweifarbenen" Seide fertigte ich lange schmale Streifen, in die ich dickes Häkelgarn aus Baumwolle einlegte. Das wurden die Paspeln, die die "Rippen" zwischen den grünen Segmenten bilden. Ich mag Paspeln, sie betonen so schön die Formen und lassen alles hübsch adrett aussehen. Nachdem die Kuppel zusammengenäht war, versteifte ich die Segmente mit dem Stramin. Beim Schirm ging ich genau so vor.

Using the paper patterns I cut the shapes from the silk and thick stramine, the latter without seam allowance because it was meant for adding strenght and shape. From the yellow silk I cut long ribbons in which I wrapped thick crochet yarn for the piping. the ribs between the green segments. I like piping they underline the shapes and make everything look so neat and clean. After putting together the dome I put in the stramine to stiffen it. Again I used the same technique with the visor.

Da ich wirklich nur noch einen knappen Rest der grünen Seide hatte, fütterte ich den Schirm mit der Nimmzweiseide. Die Krone bekam ein Futter aus cremefarbener Seidentaft.

Since there was only a wee bit left over of the green silk I made the lining for the visor from the yellow silk and lined the cown with a cream coloured silk.


Auf die Spitze der Kuppel setzte ich einen grün bezogenen Holzknopf,  Die über ihn gespannten gelben Seidenfäden sind ein Echo auf die Form der Hutkrone.

A covered wooden button was added to the top of the dome. the silk threads crossing it are picking up the basic shape concept of the crown.


Zum Schluss fertigte ich noch ein langes, ebenfalls von gelben Paspeln eingefasstes Band, aus dem die seitlich sitzende Schleife und das mit Häkchen geschlossene Kinnband entstanden.

Finishing touch was a ribbon, also with yellow piping. This ribbon I used on the bow and a chinstrap which closes with a hook and eyelet.


Nun hab ich einen zum Schirm passenden Hut, oder einen zum Hut passenden Schirm, wie ihr wollt. Ist das nicht fast ein bisschen dekadent für Frau Holpriger?

Now I have a hat matching my parasol, or a parasol matching my hat. Probably a bit decadent for Mrs Holpriger?

Donnerstag, 9. April 2015

Vernet's Incroyables Shirt


Guddn n'Aabend!

Sorry aber wenn ich schon einen Post über ein Hemd schreibe dann doch zumindest einen spassigen, oder?
Es ist mal wieder Vernet Zeit.
Mein Projekt ist ja einer der Incroyables, der unbeschreiblichen, ungeheuerlichen!
Da fällt es schwer noch nicht zu verraten welchen Modekupfer ich abbilde.
Zum einen sind es nicht so viele und zum anderen sind sie so auffällig das es durch Farben und Schnitte viel zu schnell her zu leiten ist.
Also gehe ich ein wenig um die Ecke.

(I apologise for starting off with a joke which probably only germans get)
It's Vernet time again. 
My project is one of the Incroyables. of the undiscribalbes unfathomables. 
So it's rather difficult to not give it away which plate I am re-creating.
there are lesser incroyables and they'Re rather flashy so the colours and patterns might give them away more easily.
So I'm taking a detour.

Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht genau was ich schreiben soll. Eine lange Abhandlung über die Rolle des Hemdes in der Herrenmode? Besonders weil man es auf dem Kupfer eh kaum sieht.
Nein, es ist ein weißes Hemd. 
Gefertigt nach dieser Anleitung:
(An dieser Stelle ein Danke an Alexa für die tolle Beschreibung)

Actually I don't really know what to write. We all don't need a lengthy text about the role of the shirt in mens fashion. Especially since you barely see it on the plate.
It's just a white shirt.
Made with this tutorial:
(Here a quick thank's to Alexa for the tutorial)

Ich gebe offen zu, dies ist nur ein Alibipost, um fest zu halten das ich das Hemd genäht habe.

So this is just an alibi post to point out that I sew the shirt.


NAja... und um diese Bilder zu machen...

well... and to take those photos....



Sorry.... could not resist.


bye ;)



Donnerstag, 12. März 2015

Open Front Jacket 2

So, und jetzt nochmal in schön.
Once again, in nice.

Wie man meinem vorhergehenden Blogpost schon entnehmen konnte, oder zumindest dessen Titel, war das letzte, inzwischen fertiggestellte, Projekt ein open front jacket fürs 18.
Ich hab ja - gefühlt - gerade erst begonnen meine Ausstattung zusammenzustellen (ja, ja wenn man die Darstellung wechselt).
As you might have noticed in my last post, or at least from it's title. My last, now finished, project was an 18th century open front jacket.
I'm still at the beginning of getting my gear together, or at least it feels like it.
(yeah, I know, the issues when changing your role)

Die Jacke war so ein „ach kann man mal machen“ Projekt. 
Eine Freundin hatte mir schon vor längerem das Bild vom Schokoladenmädchen unter die Nase gehalten und direkt erwähnt, dass sie noch gerade genug Seide in einem ähnlichen Farbton hätte, um so ein Jäckchen zu nähen.

Lange war das Thema ins Hintertreffen geraten, bis neulich die Freundin mit der Seide und dem Schnittmuster vor der Tür stand.
Es gab kein Entrinnen!
The jacket was one of those "some time i'll get around to doing it" project. A friend of mine had shown me the image of the chocolate girl whilst mentioning that she'd have enough silk left over to make such a jacket.
We postponed the project for quite a while, till the friend finally appeared on my doorstep, silk and pattern in hand.
There was no escape!

Diese Art Oberbekleidung ist eher ein "Alltagsgerä"t, etwas Bürgerliches, in dem man ich gut bewegen und arbeiten kann. 
Sozusagen das Jeans und Sweatshirt des 18ten.
Hier ein paar Beispiele bei welchen Gelegenheiten man es vielleicht trug.
This kind of wear was the middle class day to day wear. Something you could move and work in. The jeans and sweatshirt of the time, so to say.
Here some examples on for what one might have worn it:







Um Kunst zu machen, zum Beispiel.
For making art, for example.










Oder um zu Musizieren.
Or to make music.







Für einen Ausflug in die Stadt.
For a trip into town.













Oder um einfach die Natur zu geniessen.
Or to just enjoy the spoils of nature.