Donnerstag, 31. März 2016

Button up your Overcoat

Ende November chattete ich mit einer lieben Freundin /Kundin/ mit Reenactorin, während wir so Ausrüstung und Nähprojekte beschwatzten und Ideen austauschten kam das Gespräch auf bemalte und bedruckte Knöpfe. Ein Phänomen das sich ab den 1770ern beobachten lässt.
Schnell wurde aus "interessantes Thema" ein "Mensch mach sowas doch mal und verkauf die!"
Meine Recherche führte mich (dank Pinterest) sehr schnell zum MET Museum und deren Sammlung von verschiedenen Knöpfen.
End of november I was chatting with a dear friend / customer / fellow reenactress, whilst we were talking about kit and sewing projects and swapping ideas the chat turned towards painted and printed buttons. A phenomenon which started around 1770.
We quickly evolved from "interesting topic" to "you could make those and sell them!"
My research brought my quickly  (thanks to pinterest) to the websire of the MET museum nd their collection of different buttons.


Die Motive die ich dort zu fand waren einfach so entzückend dass ich schnell beschloss diese zu kopieren bevor ich eigene Motive entwickle.
Eine Art Hommage an die damaligen Künstler und deren Werke.
Hier meine Pinterest Seite zu dem Thema.
Da das ganze Projekt als Kundenauftrag startete war es von vorn herein klar das die Knöpfe für den Verkauf bestimmt waren.
Für die Leute, die nicht selber malen / basteln möchten.
The motifs which I found there were so cute and beautiful that the quickly decided to copy those before I started to create my own. sort of a hommage to the artists from back then and their works
Here is my pinterest board on the topic.
The whole project started out as a customer comission so it was obvious that I'd sell the ones I make. 
For those who don't want or can't make their own

Für die, die gerne mal selber probieren möchten
empfehle ich Cabochon Halterungen in Knopfform (Metallplättchen mit Rähmchen und Lynette).
For those who want to try on their own, I advise on cabochon button frames.

Meine bisherigen Recherchen zu dem Thema haben ergeben das man bei der Motivwahl relativ frei ist. Portraits, Landschaften, Tiere, Jagdszenen, sogar anzügliches ist zu finden.
So das man sich zu Jeder Garderobe, ja sogar zu jedem Anlass eigene Knöpfe anstecken könnte. ;)
My research on the topic so far is that you're quite free with the choice of motifs. Portraits, landscapes, animals, hunting scenes, even naughty pictures you can find it all. 
Which means you can make a new set for every attire, for every occasion even! ;)

Für die, die interesse an den momentan erhältlichen Knöpfen haben, hier gehts zum Shop.
If this sparked your interest, here you'll find the shop.








Sonntag, 13. März 2016

Augsburger Judenhaube - ein Versuch / An Augsburger jewish cap - a try

Nachdem ich mich zuletzt am schwäbischen Hirnkäpplein  nach Vorlagen aus einem Augsburger Klebealbum und den Ulmer Tonfiguren der Hafnerfamilie Rommel - beides aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert - versucht habe, reizte es mich nach den gleichen Quellen eine weitere Haubenart rekonstruieren. Sie trägt die Bezeichnung Judenhaube und hat mit dem Hirnkäpplein die auffallende Stirnschneppe gemeinsam. Über die Judenhaube ist an anderer Stelle schon einiges an interessanten Details zusammengetragen worden, das ich hier nicht wiederholen muss. Leider ist mir kein erhaltenes Original aus dem 18. Jahrhundert bekannt, so dass ich mich nur an den Abbildungen orientieren konnte.

Since I recently tried my skills at the brain cap, using patterns from a "sticker album" from Augsburg and the clay figurines of the hafnerfamily Rommel-both late 18th century - I now feel tempted, using the same sources, to reconstruct another kind of cap. the so called Judenhaube (jewish cap) has the special pointed front in common with the brain cap. Here you can find a nice collection of details and informations about the cap, so I don't think I have to write all this again. 
Sadly I am not aware if there is any surviving original from the 18th century, so I have to work from the pictures allone.


Dies sind einige Beispiele aus dem Augsburger Klebealbum. Leider sind darin die Hauben nicht von hinten, sondern nur in Dreiviertelansicht zu sehen. Alle drei Hauben zeigen unterschiedlich reichen Putz aus Goldborte, Spitze und/oder Stickerei. Die erste ist offensichtlich aus gemusterten Seidenbrokat gefertigt, der mit Goldspitze verbrämt wurde. Allen gemeinsam ist die Garnitur mit Spitzen, die um die Biegung der Ohren herum gefältelt sind und über der Stirn glatt liegen. In den Stirnwinkeln bilden sie charakteristische Ecken. 

Those are some examples from the Augsburger sticker album. Sadly the caps aren't shown from behind, only in 3/4 view. All tree caps show differently rich decorations of gold trim, lace and embroidery. The first one is obviously made of patternd silk brocade and trimmed with gold trim.
All have the decorative lace in common which are frilled a bit around the ears but lays flat on the top.
In the Brow angles they form the characteristic corners.

Diese finden wir auch bei den Ulmer Tonfigürchen und auf einem Frauenporträt des späten 18. Jhs. im Heimatmuseum in Mindelheim. 
Über den Aufbau der Hauben, war und bin ich mir nicht sicher. Da aber die meisten Frauenhauben in dieser Zeit aus Sattel und Boden konstruiert sind, habe ich mich für diese Variante entschieden. Es kann aber genauso gut sein, dass die schwäbischen Hauben aus zwei gleichen mit einer Scheitelnaht verbundenen Teilen aufgebaut sind - das probiere ich demnächst einmal aus.

Tose we also find with the clay figurines from Ulm and on a portrait of a woman from the late 18.c on display at the Heimatmuseum Mindelheim.
I was not, and still am not sure about the construction of the cap. But since the most female caps from this time are constructed with a saddle and a bottom, I decided on this way of construction. It is also entirely possible that this swabian caps are made of 2 identical parts joined by a crest seam. - I'll try that next

Für den ersten Versuch verwendete ich ein Stückchen alten Seidenlampas, das ich einmal von einer lieben Freundin geschenkt bekommen habe. Mit etwas Stückelei reichte er gerade. Für die Dekoration nahm ich eine breite Goldborte, die ich mit kleinen Stichen um den Umriss des Sattels befesigte.

For my first try I used a piece of ols silk lampas, which I once got as a gift from a dear friend. pieceing together it just about was enough. For the decorations I took a wide gold trim wich i fastened with smapp stitches around the shape of the saddle.

Damit die Haube schönen Stand bekommt, verstärkte ich sie mit einer Einlage aus  festem Leinen. Ein blaudruckartiger Baumwollstoff diente als Futter, das ich mit Saumstichen an den Kanten gegengenäht habe.

To make the cap keep it's shape I enforced it with a sturdy linnen inlet. a blue print cotton fabric came to use as the lining wich i fastened with a seams stitch at the edge.
Ein Streifen alte Tüllspitze aus dem Fundus reichte gerade für die Garnitur. Ich hab es an ein Stück Leinen genäht und dieses mit lockeren Stichen in der Haube befestigt, so dass es Schweiß von der Stirn aufnehmen und man es zum Waschen leicht herausnehmen kann, denn waschen kann man die Haube natürlich nicht.

A band of old tull lace from my fund was just enough for the decoration. I've sewn it to a piece of linnen and loosely stitched it to the cap so it can soak up the sweat from the brow and is also easy to remove to clean. Of course the cap itself is not washable.

Den Haubenboden habe ich so ausgeschnitten, dass das Blumenbukett des Musters im Zentrum sichtbar ist.  Ich habe ihn im Bogen gefältelt und am unteren Rand einen Tunnel für die rosafarbenen Seidenbändchen eingearbeitet.

I cut the bottom of the cap I cut in a fashion that the flower pattern is in full view. The curve is folded in and on the lower end there'S a tunnel for a silk ribbon.
Ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis noch nicht, aber die Haube putzt ungemein und wirkt durch die Verwendung alter Materialien recht authentisch.

I am not entirely satisfied with the outcome, yet. But the cap suits me well and has an authentic flair with the materials. 

Sonntag, 14. Februar 2016

Das schwäbische Hirnkäpplein, auch Ohrlappen genennet - the Swabian braincap also called earflaps

Vor einigen Jahren besuchte ich in Salzburg eine reizende kleine Ausstellung im leider heute nicht mehr existierenden Barock-Museum in der Orangerie von Schloss Mirabell. Sie zeigte eine Folge von Blättern aus dem Balthasar Cornelius Koch zugeschriebenen Augsburger Klebealbum, das in der Zeit um 1780 entstanden ist. Seine detailreichen Darstellungen des Alltagslebens sind kulturgeschichtlich von hoher Bedeutung. Publiziert sind sie in dem umfangreich bebilderten Band "Die Kunst zu Wohnen", in dem das Album unter verschiedenen kulturhistorischen Aspekten vorgestellt wird. Ich habe einige der hier gezeigten Bilder daraus abfotografiert.
A few years ago a visited a quaint little exhibition in the, no longer existing, baroque museum in the orangery of the castle Mirabell. Shown there were a few papers, attributed to Cornelius Koch from the Augsburger Klebealbum, which was composed around1780. It's rather detailed depictions of day to day life areculturalhistorcally of highest significance.
They're published in a substancially pictured volume "Die Kunst zu Wohnen". Some of the pictures shown here I took from that book.

Kat. Nr. 13, Kinderzimmer childrens room

Natürlich sind die von zahlreichen Figürchen bevölkerten "Wimmelbilder" auch eine ergiebige Quelle für die Kostümforschung. Beim Betrachten der Bilder fiel mir insbesondere die Vielfalt der von den Frauen aller Stände getragenen Hauben auf. Da finden sich neben hochmodischen Dormeusen oder einfachen weißen Häubchen aller Art auch die traditionellen Formen, wie die je nach Stand ausgeschmückte Bockelhaube oder die sogenannte Judenhaube. Ich erinnerte mich ähnliche Haubenformen auch bei den Tonfiguren der Hafnerfamilie Rommel im Ulmer Museum gesehen zu haben, die im ausgehenden 18, und frühen 19. Jh. enstanden sind. Und ich hab sogar das Buch dazu,
aus dem ich ein paar Abbildungen herausfotografiert habe.
The detailed pictures populated with smal figures are naturally a fertile source for costume reseach. 
Looking at those images I especially noticed the vast variety of caps worn ba  women of all classes. There you find highly fashionable Dormeuses or simple plain whitte caps of different shapes, even the traditionals shapes depending of class and status; the decorated  Bockelhaube or the so called Judenhaube . I recalled seeing similar shapes of caps with the  Tonfiguren der Hafnerfamilie Rommel at the Ulmer Museum which were made in the late 18th century / beginning of the 19th. And I even own the book, from which I copied a few images.

E. Zumsteg-Brügel 39
E. Zumsteg-Brügel 3
Eine außerordentlich bizarre - und daher für mich in höchsten Maße anziehende - Form der weiblichen Kopfbedeckung dieses Kulturraumes ist eine Art Kappe aus schwarzem Stoff, die den Kopf eng umschließt und über der Stirn und den Wangen in drei Spitzen ausläuft. Bei den Ulmer Figuren ist sie entweder allein oder in Kombination mit roten oder weißen Zöpfen aus mit Atlas bezogenen Wülsten zu sehen.
An exceptionally bizarre - and for that reason for me highly appealing - form of female headgear from this cultural realm is a sort of cap made of black fabric which snugly breaces the head. Above the brow and at the cheeks it ends in thin peaks. With the figurines from Ulm it can bee seen worn on it's own or in combination with red or white, atlas covered, braid coils. 

In Gottlieb Siegmund Corvinus' "Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon" (Leipzig 1715) wird eine solche Kappe unter dem Stichwort "Hirn-Käpplein" folgendermaßen beschrieben:
"Iſt ein ſchmaler, und nach dem Kopff geſchnittener ausgeſchweiffter Umſchlag uͤber das Haupt, von ſchwartzen Sammet oder Pliſch verfertiget, worinnen das Haar-Neſt frey und unbedecket bleibet, dergleichen das Frauenzimmer in Augſpurg auffzuſetzen pfleget." ( Hinweis von J. Pietsch in s. Beitrag zur Kleidung in Augsburg im späten 18. Jh. in "Die Kunst zu Wohnen"). 
In Ulm trägt die dreispitzige  Kappe laut Elsbet Zumstügel-Brügel die noch unelegantere Bezeichnung "Ohrlappen" ("Die Tonfiguren der Hafnerfamilie Rommel, Miniaturen zur Kulturgeschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jh.").
In Gottlieb Siegmund Corvinus' "Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon" (Leipzig 1715) such a cap is described as followed under the keyword "brain caplett":
"Is a narrow, and after the head fashioned curved wrap across the head, of black velvet or plush manufactured, wherein the hairbun stays free and uncovered, samely the women in Augspurg are accustomed to wear." (note from J: Pietsch in his contribution of clothes worn in Augsburg in the late 18. c. in (Die Kunst zu Wohnen) 

Sowohl bei den Ulmer Figuren als auch im Augsburger Album wird diese Kopfbedeckung in erster Linie von Frauen der unteren Stände getragen: Ammen, Köchinnen, Dienstmägde sind mit dem schwarzen "Dreispitz" abgebildet, und auch zur Tracht des Ulmer Fischermädchens gehört der schwarze Ohrlappen.
Kat. Nr. 6, Diele
Kat. Nr. 7, Küche kitchen
With the Ulmer figures aswell as in the album from Augburg this headdress is mainly worn by lower class women: Nurses, cooks. maids are depicted with the black "tricorn", and even the traditional dress of a Ulmer fishwife is completed with the black ear flaps.


E. Zumsteg-Brügel 33
Auch auf einem Frauenporträt von Angelika Kaufmann ist ein ähnlicher Kopfputz  zu sehen, die Kappe umschließt den Kopf  der Dargestellten jedoch eher wie ein Haarreif und lässt mehr von der Frisur sichtbar. Genauso sieht man es auch bei einem venezianischen Mädchenbildnis, dessen Bekleidung aber wohl weniger eine Tracht als ein Faschingskostüm darstellen soll.
Hinweisen möchte ich auch auf eine Bildquelle aus Schwäbisch Hall von 1794, die Mme du Jard für ihre Darstellung als Schankmagd im Hohenloher Freilandmuseum zum Vorbild genommen hat.
Bei der jungen Siederin links im Bild begegnet uns erneut das Hirnkäpplein. Mme du Jard berichtet auch von ähnlichen Kopfbedeckungen, die sie an mehreren Puppen in der Puppenstadt Mon Plaisir zu Arnstadt gesehen hat, entstanden im frühen 18. Jh.
Even on a Female portrait by Angelika Kaufmann a similar headdress can be seen, but the cap there frames the head of the depicted woman like a hairband and shows more of the hairstyle. It also can be seen with this venetian Girls Portrait, but it's save to assume, her dress is more likely a costume than a traditional dress.
I'd like to also point in the direction of another source from Schwäbisch Hall around 1794, which Mme du Jard took as a example for her display of a beer wench at the Hohenloher Freilandmuseum.
With the younger seether we again come across the brain cap. Mme du Jard also told me about similar head gears which she had seen in the dolltown "Mon Plaisir" (crafted in the late 18th century) in Arnstadt.

Foto: Mme du Jard

Da ich diese Haube trotz ihrer ungewöhnlichen Form sehr kleidsam finde, reizte mich natürlich ihr Nachbau. Leider kenne ich kein erhaltenes Original, daher war ich allein auf die oben dargestellten Bilddokumente angewiesen. Nach einigem Herumprobieren bin ich zu diesem Schnittmuster gelangt.
Since I find this cap, despite of it's unusual shape, rather appealing I was, of course, tempted to reproduce one. Sadly I know of none existing original, therefor I had to rely on the above picted images. After some trial and error I reached this pattern.

Schnitt Pattern
Ich habe es einmal aus schwarzem Samt als Oberstoff und einmal aus schwarzem Leinen als Futter zugeschnitten. Dazu eine Einlage aus Karton in gleicher Form. Den Samt habe ich mit Holzleim auf die Pappe aufgeklebt. Durch die Feuchtigkeit des Leims wurde diese schön biegsam. Nach dem Trocknen habe ich die Naht am Hinterkopf geschlossen und dann alles mit Leinen abgefüttert.
I cut it once from black velvet and once from black linnen. Added a inlay of carton in the same shape. I glued the velvet to the carton. The moisture from the glue softened the paper and it became easier to shape into form. After drying I closed the seam in the back and lined everything with the linnen.

Samt mit Leim auf Pappe aufgezogen

Ich finde, es sieht ein bisschen wie ein Bewohner der Tiefsee aus....
I think it looks a bit like something from the deep sea...




















Hier nun das Ergebnis. Optisch kommt es den oben gezeigten Darstellungen schon recht nahe, die Konstruktion ist jedoch rein spekulativ, da ich ja, wie schon erwähnt, keine Originale zum Vorbild hatte. Über Kritik und Weiterführendes freue ich mich sehr!
Here now the result. Visually it is rather close to the depicted originals, alas the construction is pure speculation, since I, as mentioned. had no originals to work of.
I'm glad about critique and furthering comments!













Samstag, 23. Januar 2016

Ein Hütchen für den Schleier - A hat for the Veil


Zu Weihnachten habe ich von meinem Mann ein wunderschönes und sehr sinnvolles Geschenk bekommen: er fuhr mit mir nach München und dort durfte ich mir in Tricia Leonhards Vintage Laden etwas Schönes aussuchen. Zur Steigerung des Vergnügens verabredeten wir uns dazu mit zwei lieben Freundinnen.
This year my husband made me a very nice and sensible christmas present. Together, we drove to Munich and there he told me to pick something to my liking at Tricia Lenhoards Vintage shop. To take the fun to another level we met up with two lovely friends.

Ich kann nur jedem, der nach München fährt, empfehlen bei der wunderbaren Tricia hineinzuschauen, es lohnt auf jeden Fall - aber Zeit einplanen, es gibt furchtbar viel Schachteln zu öffnen und Schubladen aufzuziehen....und überhaupt mit Tricia zu schwatzen, die richtig viel Ahnung hat Tricia Leonard Vintage.
I strongly advise all munich travelers to go and visit lovely Tricia. 
trust me, it's worth it! but schedule a lot of time! There's somuch boxes and drawers to open. ... and, of course, chatting with Tricia, she knows so much!
Tricia Leonard Vintage

Unter Anderem habe ich bei Tricia einen entzückenden Hutschleier aus Tüll mit eingearbeiteten Blumenborten gefunden. Schon länger hatte ich nach so einem Acsessoire Ausschau gehalten, mit dem ich einen Kopfputz des frühen 19. Jhs. bestücken wollte.
Diesen Plan konnte ich nun umsetzen. Madame B. hatte wieder zum Salon nach München geladen, dafür wolle ich einen neuen Hut anfertigen.
Bei der Suche nach geeigneten Vorbildern stieß ich auf folgenden Modekupfer aus Costume Parisien An 8 (1799) mit der Beschreibung "Chapeau a Boucles. Spencer sans Manches":
Amongst other things I found a cute tulle hat veil with attached floral ornaments. 
I had been looking for a piece like this for a while now. since I was planing on an early 19th century headdress.
Finally I was able to realise that plan!
 Mme B. had, again, invited to her munich salon, the perfect oportunity for the headdress!
Looking for suitable model I found the following fashion plate from the CostumeParisienn An 8 (1799) with the caption "Chapeau a Boucles. Spencer sans Manches";




Er zeigt ein schlichtes weißes Hütchen mit zwei Bändern, die mit Schnallen festgemacht sind. Davon fällt seitlich ein Schleier herab. Das ärmellose, vorne in Zipfeln auslaufende Spencerchen  gefiel mir ebenfalls und ließ sich schnell umsetzen. 
It shows a simple white hat with 2 ribbons which are fastened with buckles. The veil falls sideways, held by another ribbon. The sleeveless, pointed spencer also was to my liking, and quite wuick to make.

Das Hütchen fertigte ich aus Steifleinen, das ich mit cremefarbenem Seidentaft überzog. Für die Bänder verwendete ich den gleichen grauen Seidenmoiree, den ich für den Spencer ausgesucht hatte, und zwei Schnallen aus Perlmutt. Den Schleier habe ich wie auf dem Kupfer mit einem weißen Seidenband festgebunden.
The hat I made from buckram which I covered with cream coloured silk taffeta. The ribbons I made from the same moiree silk I had decided on for the spenncer and two mother of pearl buckles. 
I fastened the veil with a silk ribbon, just like it's seen on the plate. 


Ich fütterte den Spencer mit cremefarbenen Seide und fasste ihn mit einer Paspel ein. Er ist so gearbeitet, dass er von beiden Seiten getragen werden kann. Ich nahm mir die Freiheit an die Zipfel noch kleine Quasten aus Seidengarn anzufügen. 
I lined the spencer with cream coloured silk and framed it with piping, so it can be worn on both sides. I took the liberty to attach little tassles to the tips.




Zu dem Spencer passt sehr schön mein Chemisenkleid aus zartem wollweißem Batist. Es ist an den Ärmeln mit antiker Borte aus Weißstickerei verziert, die ich mit Reihen von Biesen eingefasst habe. 
Marvelously suiting the spencer is my white chemise dress made of off white batiste. It's sleeves are decorated with antique white work embroidery braid, which I framed with basting.

Komplettiert habe ich das Ensemble mit Ohrhängern und dazu passendem Collier von Martje Pieters
I finished the ensemble with Earrings and a matching necklace made by Martje Pieters

Für die Anreise nach München durch wildes Schneegestöber bot mein Schanzenlaufer ausreichenden Schutz.
My Schanzenläufer protected me during the snowy travel to munich.


Donnerstag, 5. November 2015

Das Fusselmonster ist fertig!



Hapschüh! Was für eine Fusselei! So schnell verarbeite ich Kunstfell nicht wieder! Aber nun ist es vollbracht, die quietschgrüne Pelisse ist fertig. Jetzt ist wohl jedem klar, welchen der Vernet-Kupfer ich zum "Nachbau" ausgesucht habe.
Atchoo! What a lint and sewing dust! I will not use faux fur anytime soon again! But now I'm finished, the screaming green Pelisse is finished. I recon everyone now knows which fashion plate I chose to "rebuild".

Konstruiert habe ich den Schnitt dafür möglichst einfach. Auf dem Kupfer ist keine Naht zu erkennen, mag sein, dass dies mit Rücksicht auf die Verarbeitung mit Persianerfell so angegeben ist, bei der man sich möglichst viele Nähte ersparen will. Ich habe also die Pelisse aus einem langen Stück ohne Schulternaht zugeschnitten. Für die glockige Weite habe ich an den Seiten Keile eingesetzt.  Der Ärmelschnitt ist ebenfalls einteilig und an den Schultern sehr weit geformt.
I created the pattern as simple as possible. There's no recognizable seam to be seen on the fashion plate. It's possible that this is due to the usage of the persian, with which you'd probably try to make as few seams as possible. So I cut the Pelisse in one, long piece, without shoulder seams. For the bell like width I added wedges on the side. The sleve pattern also is in one piece with a lot of width around the shoulders.

Die Verarbeitung der Materialien war recht schwierig, weil Ober-und Futterstoff in ihrer Beschaffenheit nicht so recht zueinander wollten. Der grüne Wollstoff ist sehr leicht und locker gewebt, und ich musste höllisch aufpassen, keine Fäden zu ziehen. Sperrig ist dagegen das schwere, schwarze Persianerfell - natürlich aus Webpelz - das als Futter vorgegeben war und die Pelisse sehr warm und kuschelig macht. Für den grellgelben Kragen, der auf der Rückseite mit einem gesteppten Zickzack-Muster dekorativ versteift ist, fand ich einen Seidensamt im exakt passenden Ton.
Mal ganz ehrlich: ich finde die Farbkombination von Schwarz, Quietschgrün und Grellgelb gelinde gesagt "gewagt". Es sind so gar nicht meine Farben!
The handling of the materials was quite difficult since inner and outer fabric differed so much in their nature. The green wool is very light and has a loose weave and I had to be extra cautious not to pull out threads. The persian -faux of course- was more on the cumbersome side. It was named for the lining on the plate and makes the Pelisse really warm and comfy. For the screaming yellow collar, which is decoratively stiffened by a zigzag on the back, I found a yellow silk velvet matching the given colour to a tee.
But honestly: the combination of colours black, poison green and a screaming yellow.... I find it a bit adventurous. Not my colours entirely. 

Ich hab ja lange darauf gewartet, dass die Dame auf dem Kupfer sich endlich mal umdreht, um mir die Vorderseite ihrer Pelisse zu präsentieren, jedoch sie wollte einfach nicht. Also musste ich mir selbst etwas ausdenken, habe mich aber auch an Originalen aus etwa dieser Zeit orientiert.
Vom Halsausschnitt bis zum Gürtel, der unter der Brust mit Häkchen geschlossen wird und mit einem Schmuckelement aus goldfarbenem Metall dekoriert ist, ist die Vorderseite der Pelisse mit Haken und Ösen verschlossen. In der Rückenmitte habe ich die Fältchen mit ein paar Stichen fixiert. Auch den Gürtel habe ich festgenäht, damit er auf der richtigen Höhe bleibt.
For a long time I waited for the woman on the fashion plate would turn around and show me the front of the Pelisse, but she didn't want to. So I had to conjure up something on my own. Of course, orienting on originals dating from the time.
From the neckline to the belt, which is fastened with hook and eye right below the breast and has a golden decor element. The Pelisse is also closed with hooks and eyes. 
In the middle of the backside I've fastened the folds with a few stitches to keep them in place. I also added a few stichtes to fasten the belt and to keep it in place. 



Die Pelisse trägt sich recht angenehm, weil die weiten Ärmel für ein Kleidungsstück dieser Zeit ungewohnt große Bewegungsfreiheit gewähren. Der Samtkragen schmiegt sich weich an die Wangen und das Fellfutter ist wunderbar kuschelig. Aber die Farbkombination ....
The pelisse is really comfy to wear since the sleves are rather wide for a piece of clothing from that era and they yield a lot of room to move. The velvet collar nestlest to your cheeks and the faux fur lining is so soft and warm. But the colours....

Es wird Zeit zum Ende zu kommen, der Bau des Riesenhutes wartet als nächste Herausforderung!
It is time to draw this project to an end, only left now is the construction of the big hat. The next challenge!

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Vernet Lederhose


Als ich vor über einem Jahr der Einladung folgte, am Vernet Projekt teilzunehmen, hatte ich nur eine vage Ahnung davon, was auf mich zu kommen würde.
Ich bezeichne mich ja eigentlich noch immer als Nähanfängerin, die Nähen nur als Mittel zum Zweck betreibt.
Der reine Fakt, dass ich gefragt wurde, erstaunte mich schon.
Und es reizte mich in einer Gruppe so versierter Kostümer zu arbeiten.
I only had a vague concept what would be awaiting me when I joined the Vernet Project a year ago. 
I'm still a novice when it comes to sewing, seeing it more as a tool than a passion.
The shere fact that i was asked astounded me.
And it was appealing to work in a group with such accomplished costumers.

Als ich dazu kam waren einige der Modekupfer schon vergeben, so dass die Auswahl schon ein wenig eingeschränkt war.
Meine erste Entscheidung, ein Kleid rein nach Optik aus zu suchen,  hinterfragte ich schnell, als ich mir das Kleid genauer ansah und festellte, dass ich allein an den Stickereien schon scheitern würde.
When I joined several plates were already taken, so I hat only a few to chose from. 
My first desicion was purely based on the looks, a desicion I quickly stepped away from  when I took a look at the details and conclued that the embroidery alone would kill me.

Es waren noch einige männliche Outfits frei, und ich hielt es für eine sehr gute Idee, ein Herren Outfit zu machen.
Wie schwer kann sowas schon sein?
Keine Stickereien, keine speziellen Muster oder teure Stoffe. Im Nähen von Jacken hatte ich Dank der Uniformen schon Übung.
Das sollte ein Klacks sein!
There were several male outfits left and I figured it would be a nice idea to take a male one. 
How difficoult could that be?
No Embroidery, no special patterns or expensive fabrics... And i was already skilled in sewing coates because of the uniforms.
Piece of cake!

Also suchte ich mir einen Stich aus und meldete mich mit dem an.
I decided on a Fashion plate and signed it up.

Ich hatte erwähnt das ich kein Französisch spreche?
Nein?
OK.
Ich spreche kein Französisch.
Did I mention that i don't speak french?
No?
Ok.
I don't speak french.

Ich hatte nicht gelesen, was über dem Kupferstich stand. Die Zeichnung war hübsch und dann kann man die auch machen....
I did not read what was written above the plate. The drawing was nice and that was enough to decide on it....

Es dauerte ein paar Tage bis ich soweit war den Text zu übersetzen. Da hatte ich die ersten Stoffe auch schon organisiert.
Und da fand ich heraus, dass ich eine "Buckskin" Lederhose nähen musste. Eine Hirschleder Hose.
Mein Gesichtsausdruck muss ein ganz spezieller gewesen sein.
It took me a few days to translate the text. By then I already had bought the first fabrics.
And then I found out that I had to sew buckskin breeches. 
I must have had a very special facial expression.

Aber ich bin ja kein Spielverderber!
Also ging es zuerst einmal daran ein passendes Leder zu finden.
Vom Schuhe basteln und von nähenden Freunden wusste ich schon, dass Leder nähen anstrengender ist, daher hielt ich es für sinnvoll die Hose nebenher zu bearbeiten.
But I'm not a spoilsport!
So the first thing was to find the propper leather. 
Building shoes and talking to leatherworking friends taught me that sewingleather was no piece of cake, so I thought it sensible to have the breechest run along the span of the year. 

Nun, Ich habe fast 8 Monate gebraucht.
Ich konnte nicht jede Woche daran arbeiten, so dass es sich länger hin zog, als ich erwartet hatte.
Und ich muss ehrlich zugeben, ich hatte Angst, dass ich sie nicht fertig bekomme.
Aber, ich habe es geschafft!
Lange Rede, kurzer Sinn; Hier die Entstehung in Bildern:
Well, it took me 8 months.
I wasn't able to work on it every week so it took me longer than I expected. 
And I have to admit I was afrait that I wouldn't manage it in time.
But, I did it!
Long story short, Have some photos!



Die Felle und das Schnittmuster
the skins and pattern


Der Vereinfachte Schnitt platziert

und der Zuschnitt
The simplified pattern and cutting it.

Und das Nähen.....
And the sewing.....

 Und das Nähen...
And sewing.....
 Und irgendwann war das Ende nah!
And finally, the end is near!



Und da war sie dann endlich!
Meine erste, eigene, selbstgenähte Lederhose!
And there it was!
My first, own, self sewn pair of leather breeches!











Sorry den konnte ich mir nicht verkneifen :D
Einfach weiter Scrollen!
Sorry, couldn't resist :D
Just scroll on :D