Donnerstag, 16. Oktober 2014

Shop Local

(Scroll down all the way for english version)
Heute gibts mal keinen Projektbericht. Keine wilden Geschichten und/oder Photos.
Ich hab in letzter Zeit ja die Projekte raus gehauen wie aufm Wochenmarkt den Fisch kurz vor Feierabend. 
Es gibt ja noch so viel Anderes.
Zudem ist die Projektdecke momentan ein wenig dünn, und die begonnenen Tüfteleien sind noch zu sehr in den Kinderschuhen, als dass sich ein Bericht lohnen würde. 

Also warum den Donnerstag nicht mal anders nutzen?
Die "Shop Local" Aufrufe nehmen in letzter Zeit wieder besonders zu.
Gerade auf Facebook machen wieder Bilder die Runde auf denen propagiert wird, dass man doch seine Weihnachtsgeschenke im lokalen Einzelhandel oder auf regionalen Kunsthandwerksmärkten kaufen soll.

Generell finde ich das eine super Sache und teile solche Aufrufe auch immer wieder gerne. Zumal ich ja, zum Teil, selbst in diese Kategorien falle.
Besonders süß finde ich die, auf denen dann noch steht, dass man durch seinen Einkauf in kleineren Läden bzw. bei Kunsthandwerkern auch dazu beiträgt, dass diese ihren Familien auch ein schönes Fest bescheren können.

Soweit richtig. Ein wirklich toller Gedanke, dem es eigentlich kaum etwas hinzu zu fügen gibt.

Außer....

Viele Generationen vor uns haben es geschafft, neben Arbeit und Familie, einkaufen zu gehen. Und zwar lokal.
Weil anders ging es nicht.
Einkaufen war ein Erlebniss, Bestandteil des sozialen Lebens und wichtiger Interaktionsort. Sei es der Wochenmarkt oder die kleine Einkaufsstraße im Ort.
Wir vereinsamen immer mehr, weil wir nicht mehr mit den Menschen um uns herum interagieren. Wo man früher noch den Namen der Verkäuferin in der Dorfmetzgerei kannte, muss man heute schon froh sein, wenn es überhaupt eine Dorfmetzgerei hat. 
Ich wohne auf dem Dorf und ich genieße es, dass mein Bäcker schon bei meinem Eintreten weiß, was ich kaufen möchte, oder was mir von seinen Angeboten am besten schmeckt, oder dass sich die Verkäuferin im Supermarkt nach den Tieren erkundigt oder sich für das Keksrezept bedankt, das man neulich austauschte.

Was ich sagen möchte: 
Es ist schön wenn auch nur jeder Dritte oder Vierte, der das hier liest, einen Teil seiner Geschenke regional kauft.
Es wäre aber noch viel, viel VIEL schöner wenn ein Teil meiner Leser dieses Verhalten das ganze Jahr über durchhält. 
Die Angestellten und Besitzer der kleinen Läden, die Kunsthandwerker und Künstler, die lokalen Dienstleister freuen sich über jeden Kunden, nicht nur zu Weihnachten denn 2 Wochen Weihnachtsgeschäft können 11 magere Monate nicht kompensieren.
Sonst wundert man sich beim nächsten Geschenkeeinkauf über all die leeren Ladenlokale.


Today there won't be a new project report. No wild stories or photos. 
during the last few months I've called up the new projects like overdue fish on the market.
There's more out there.
And, truth be told, the projects are currently a bit thin spread. And the few i am working on, i've just started and there's not yet enough to talk about it.

So why not use the thursday differently?
Right now the "shop local" calls are getting louder again. Especially on Facebook there are a lot of pictures telling readers to shop their christas gifts at local shops or with regional artists / craftsmen.

All in all I support such calls, especially since I fit in those categories myself. 
really, really cute are those pictures which eyplain that by buying your christmas gifts locally you help those shopkeepers / craftsmen to make a nice christmas fo their families, too. That you enable them to buy their own christmas gifts.

True. so far....Not much to add there.

Except....

Several generations before us managed, work and family aside, to go shopping, locally. Because there was no other way to do it.
shopping was an experience, social interaction. Be it on the market or in the village shops.
We're growing lonley because we're interacting less with the people in our direct vincinity. Where one used to know the local butchers name you now have to be lucky to have a local butcher. 
I'm living in a village and i thouroughla enjoy it that my baker knows my taste and that the cashiers have time for a small chat or exchanging recipies.

What I'm trying to say:
It's nice if every thrid or fourth reader would buy their christmas gifts locally. It would be really, really, REALLY nice if a few of my readers would manage to shop locally the whole year through.
The shopkeepers and clerks, the artists and craftsmen, the local service providers are grateful for every customer. Not only at christmas. 2 weeks of holiday shopping can't make up for 11 meager months. Please keep that in mind.
Otherwise you might be surprised by the amount of shops that closed during the year, when you next go into town for the christmas shopping.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Abenteuer in Shoetown - Der Tragödie fünfter Teil - Vor der Winterpause

Willkommen, einmal mehr, bei den Abenteuernn in Shoetown.
Heute geht es ein wenig an den Rokoko Testschuhen weiter.
Bevor diese, wahrscheinlich, für den Winter eingemottet werden.
Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich Absätze brauche, und wie soll ich sagen, ich habe Absatzschwierigkeiten.
Welcome, once again with the adventures in Shoetown.
Today we'll have a wee look at the Rokoko shoes.
Before I'll put them away for a winter break.
I've reached a point where I need heels. And, what can I say? I've got some difficulties procuring some.

Aber erstmal geht es natürlich ein wenig weiter.
Wo waren wir noch gleich?
Ach ja, nach dem Fehlversuch ist vor dem Fehlversuch.
But for now it goes on.
Where were we?
Oh, yes, after the mistrial is before the mistrial.

Ich hab mich intensiv mit der Kundin beraten, die diese Schuhe, um die es ursprünglich ging ,haben wollte...
(Wir erinnern uns)
I've had a long talk with the customer who ordered the shoes in the first place....
(we remember....)

Der eigentliche Plan war die Schuhe rahmengenäht mit Absatz zu machen und (ausnahmsweise) über den ungleichen Leisten.
(Hier ein paar Bilder vom Progress der roten Testschuhe)
The original plas was to framesew the shoes and atach a propper heel. And (fornonce) with a left and right last.
(here a few photos of the red testshoes) 

Dieses Projekt läuft auch weiter. Also die rahmengenähten Probeschuhe werden weiter nebenher laufen.
Allerdings haben wir uns entschlossen die Schuhe mit der Stickerei nun doch wendegenäht zu machen und über gleichem Leisten.
Also, ein weiteres Probeteil, das angefertigt werden muss - allerdings erst im Laufe der nächsten 2 Wochen.
Solang gibt es noch genug anderes zu tüfteln.

This project, of course, will go on, as a sideproject. But we've decided to make the embroided shoes as turn-sewn shoes with a much smaller heel and on a same last.
So again, a new mock up I have to make. But I have roughtly 2 weeks to do so. For the time being i've got enough other things on my plate.















Donnerstag, 2. Oktober 2014

Der "Utrecht Schnürleib" / The "Utrecht stays"

Oder auch:
Es ist nicht vorbei, bevor die fette Frau nicht gesungen hat!
Or:
It ain't over till the fat lady sang.

Es wird langsam Zeit sich modisch auch mal mit dem Empire / Regency zu beschäftigen, da ich im nächsten Jahr zumindest eine Veranstaltung zu dem Thema habe.
Und ausnahmsweise mal wirklich NICHTS zum anziehen. Bisher war ich in der Zeit ja nur in Uniform unterwegs.
Nun, diese Zeiten scheinen vorbei, und Zivil in Hosen rumrennen ist zwar angenehm und praktisch aber nicht unbedingt das, was ich möchte.
Also muss eine neue Garderobe her.
(Macht euch also drauf gefasst im Rahmen der nächsten Wochen/Monate so einige Nähblogs zu sehen. incl. dem Nörgeln und Wimmern, 
denn :ich nähe noch immer nicht wirklich gerne.)
Ti's time to slowly look into Regency / Empire fashion. I'll have at least one event next year concerning this topic.
And, for a change, I really have NOTHING to wear. Since I've been wearing uniform in this particular era so far. And since wandering around in a breeches role isn't something I'd do in a civillian display.... I need a new wardrobe.
(So brace yourself, there'll be a lot of sewing blogposts on here including the moaning and ranting. Cause I still hate sewing!)

Anyways!
Um eine ordentliche Garderobe herzustellen muss man mit den Basics beginnen:
Chemise und, noch viel wichtiger, einen Schnürleib.
Die Sabine von "Kleidung um 1800" hatte vor einiger Zeit hier einen Schnürleib vorgestellt, der nicht nur recht einfach in der Herstellung schien, sondern auch simpel im Handling. 
Und gerade für jemanden wie mich, der oft alleine unterwegs ist, ist es wichtig Kleidung zu haben, die man alleine an und ausziehen kann.
Anyways!
For a propper wardrobe you need to start, of course, with the basics, chemise and, even more important, stays.
A while ago, Sabine from Kleidung um 1800 promoted a pair of stays here which not only looked simple in manufacturing but also seemed to be rather easy in the handling.
For someone like me, who's usually on her own, it's rather important to have clothes you can put on and take off on your own. 

Nun ist die liebe Sabine um einiges schlanker als ich. Und alle anderen Blogs, die ich zu dem Thema Schnürleib las, schienen auch verfasst von Damen, die.... nun sagen wir, sich gut hinter mir verstecken können.
Well, now Sabine is skinnier than I am. And most of the other blogs I read on the tipoc of stays were written by ladys who also... uhm well, let's say who can easily hide behind me.

Also war die Aufgabe klar definiert: 
Schnürleib tüfteln und herausfinden ob moppelige Damen da auch reinpassen, bzw. solche mit etwas mehr "Holz vor der Hütt'n".
So I had a task ahead of me. Work out if this stays also work for women with some more curves.

Sabine stellt dankenswerter Weise in ihrem Blog einen Schnitt zur Verfügung. 
Für mich die perfekte Gelegenheit eine Methode zu testen Schnitte durch Vektorisieren zu vergrößern. Ich hatte schon länger darüber gegrübelt ob es nicht vielleicht möglich ist einen Schnitt als Vektor zu bearbeiten (dann ist er beliebig vergrößer- und verkleinerbar). Diesen könnte man dann so aufteilen, dass man ihn am heimischen Drucker auf A4 Seiten verteilt ausdrucken kann. 
Was soll ich sagen....
funzt!


thankfully Sabine provides us with a pattern for this stays on her blog.
For me the perfect opporunitiy to see if that method of morphing patterns into vectors would work out. A thing i had pondered about for a while now. Transformed into a vector graphic it should be possible to alter a pattern as you need it for your size, and you can then even print it out on your home printer.
What shall I say:
Works!

Auch wenn ich bei Ansicht der Teile so ein klares Gefühl von "das kann gar nicht passen!" hatte, ging es erstmal total unbedarft ans Probeteil.
Even tho, when looking at the pieces I had the certain feeling of "that's never going to fit!" I started the mock up anyways.

Bitte nicht über die Farbe wundern, ich bin gerade dabei ein paar Dekostoffberge abzuarbeiten, am fernen Horizont erwartet mich schon ein schwuppenlila Frontklappenkleidprobeteil...
Worauf es ankommt ist aber:
das Vergrößern als Vektor funktioniert einwandfrei. Die Teile passten und
ich konnte die Gussets konstruieren.
Please don't judge me for the colour I am currently trying to get rid of old deco fabrics...
further down the line a puff lilac empore dress moc up awaits me....
But; The resizing by vector works like a charme. The pieces fit and I was ready to construckt the gussets.

Und genau da lag der Hase im Pfeffer!
Denn ich "outboob" schon einige der anderen Mädels.
And that's where the spam hits the fan.
Cause I basically outboob most of the other girls.

Ich entschloss mich dazu tropfenförmige Gussets zuzuschneiden, von denen ich der Meinung war, dass ich problemlos hinein passen würde, und habe diese in das Probeteil genäht.
Angezogen und.....
Naja, irgendwas stimmte noch nicht aber i'ch habs erstmal als "kann man so machen" verbucht.
Da fehlte in der Mitte allerdings noch der Blankscheit.
Ein entscheidendes Detail!
Denn bei einem  Brustumfang und einer Körbchengröße wie der meinen ist der Blankscheit das Teil, das alles zusammenhält.
I had decided on tear shaped gussets and cut some of which I was sure would fit me. 
Those Í sew into the mock up and gave it a test run....
Well.. something was a wee bit off but I decided to book it as "this is doable, I'll work the rest out later"
The busk was still missing, an important detail, As I was about to find out.
For, when you have my measurements and cup size the busk is the thing, keeping it all in place.

Es stand also nichts mehr dem Zuschneiden des "echten" Stoffs entgegen, und natürlich dem Anfertigen des Blankscheits.
Nothing left between me and cutting the fabric, well and manufacturing the busk...

Insgesamt hab ich 3 Tage für alles gebraucht, dann konnte ich endlich so richtig anprobieren und stellte auch schnell fest, dass die Gussets in dieser Form nicht funktionierten. Zwar waren sie groß genug um alles aufzunehmen ,was hinein sollte, allerdings waren sie am Brustansatz zu eng, so das es ein wenig "bullet bra" Optik bekam.
Ein Problem, dessen Lösung ich schnell bei Merja von "Before the Automobile" fand. Sie hatte die Gussets geteilt und einen Steg stehen lassen. Das verbreitert die Basis.
All in all it took me 3 days to finish the stays. Then I was able to propperly try them on for the first time. And i found out, rather quickly, that the gussets wouldn't work out in this shape. They were big enough to hold everyrthing they were suppodes to hold but the base was too slim, so i got a bit of an bullet bra look.
A problem that Merja over at before the automobile had already solved. She had cut the gussets in half and had left a fillet in the middle so the base got widened.

Nichts ist so schön wie Auftrennen,
No fun like unstitch.

Brustlineneinfassung aufgetrennt, Gussets wieder raus, geteilt, Steg geschnitten, alles wieder rein.
Aber, und das ist der Spass:
Durch das Teilen der Gussets und Einbauen des Stegs hat sich an der Grundweite nichts geändert, das wiederum heißt, das Schrägband passt, in eine kleine Falte gelegt, genau so wieder rein.
Ein weiterer Trick, den ich bei Merja gesehen habe, und den ich besonders Damen mit etwas mehr Oberweite ans (gut gepolsterte) Herz legen möchte:
Beim Einfassen der Brustlinie eine Kordel mit einziehen, die zwischen den Brüsten geschnürt wird, und mit der man die Körbchen ein wenig raffen kann,
dann ist alles sicher verpackt und die Linie macht sich um einiges besser.
Unstitched the breastline, removed the gussets, cut them in half, cut a fillet, sewn everything back in.
But, and that's the fun part:
By cutting the gussets in half and putting in the fillet i've widened the base witout adding width, so the bias tape still fit, (with a little extra fold)
Another trick I learned from Merja, and which I may suggest to the ladies with a bit more in the boob departement; add a little string when you stitch up the breast line. So you can tie it in the middle and gather the cups a little. this way everthing is packed safely and the line looks better.

 Ich bitte das schiefe Stehen zu entschuldigen.... komme aus einer Bergregion da ist oft ein Bein kürzer, damit man am Berg grade steht... ;)
Please excuse my lopsided bearing, I come from the mountains, it's quite common to have a shorter leg here, so you stand level in the mountains... ;)

Alles in Allem kann ich abschließend sagen: meiner Meinung nach funktioniert dieser Schnürleib wunderbar auch für breiter gebaute Frauen. Ein paar kleine Änderungen, aber nichts was besonders aufwendig oder weit her geholt wäre.
Ich finds gut
und kann es demetsprechend auch guten Gewissens weiterempfehlen.
Danke an Sabine für die tolle Recherche!
All in all, as a closing statement, I can say:
In my opinion this stays work like a charm, even for curvy women. Some minor alterations, but nothing too far out or too difficult.
I like it.
And therefor I can easily recomend it.
Thanks to Sabine for the research!





Donnerstag, 25. September 2014

Very Vernet


Heute gibts nur ein kleines Update. 
In 2015 wird dieses einmalige Projekt starten und ich kann jedem, der sich für Mode aus dieser Zeit interessiert nur nahelegen, es zu verfolgen!


Only a small update today.
In 2015 this unique project will start and I can only suggest to those of you, interested in fashion from this period to follow closely!

Donnerstag, 18. September 2014

Abenteuer in Shoetown - Der Tragödie vierter Teil - Das Empire schlappt zurück

Willkommen bei der neuen / überarbeiteten Version dieses Blogs.
Jetzt auch in Englisch!
Welcome to the new / updated version of this blog.
Now also available in english!

*wandert herein, den Imperialen Marsch vor sich hin pfeifend*
*irritiert umguck*
Ihr seid auch schon wieder hier!
Ist schon wieder eine Woche rum?
Naja mehr als eine Woche für diejenigen, die nur den Abenteuer in Shoetown folgen, oder?
Seht es mir nach, ein wenig Abwechslung muss sein!
*wanders in, whistling the imperial march*
*irritated look*
You? back again?
Has it been a week, already?
Well more than a week if you only follow the adventures in shoetown, right?
Cut me some slack, I need some diversion!

Vielleicht habe ich auch aus eben diesem Grunde erstmal ein Päuslein bei den Rokoko Schuhen ausgerufen...
Nein, nicht wirklich.
Aber wo die Rokoko Schuhe momentan eher ein vages Konzept sind, ein "man könnte mal..." bzw. ein "es wäre cool, wenn..." da sind die Empire Schläppchen ein klarer Auftrag, ein Paar Schuhe, zu einem speziellen Outfit, zu einem angegebenen Datum.
Und, Zitat:
"Du hast ja jetzt schon ein paar Erfahrungen gesammelt, da ist das doch garnicht mehr sooooo schwer."
Ja, äh, klar... 
Erfahrungen gesammelt... 
Bei auf dem Leisten rahmengenähten Rokoko Schuhen mit Absatz.
Da ist es natürlich kein Thema mal eben ein Paar wendegenähte, absatzlose Schläppchen zu bauen.
Naja, ehrlich gesagt war es das wirklich nicht.
Ich hatte bei der generellen Recherche schon ein paar Regengy bzw. Empire Schuhe gesehen.
Und, wie immer, der Reiz des Neuen.
Perhaps that's the reason why I called a break on the rokoko shoes...
Nah, not really.
But whereas the rokoko shoes are a mere concept, an idea, a "one could possibly...." or better a "it would be soooooo cool, if...." there the empire slippers are an official oder. A pair of shoes for a certain outfit, for a certain date.
And, quote:
"You already have some experience in shoemaking, it can't be thaaaaat hard."
Yeah... sure....
Experience.....
In crafting rokoko shoes with a last, sewn with a frame, with a heel.
After that making a pair of regency / empire slippers is, of course, a piece of cake!
Well, truth be told, it really wasn't that hard.
With the general research I had come past a few models of said regency slippers. And as always there was the tickle of the fresh, new project.

Also, los gehts!
Allons-y!

Diese Schuhe waren das Ausgangsmodell, aus dem ich eine "Variation zum Thema" bauen sollte.
Die Basisform.
Die Farbe habe ich den Umständen (Kundenwünschen) angepasst.
These shoes were the base model, of which I was to make a "variation of the theme".
The basic form.
Colour was changed due to circumstances (cstomers wishes).

 Runde Eins war natürlich wieder die Sohlenherstellung.
Diesmal wurde ja mit gleichem Leisten gearbeitet, das machte die Sache um einiges einfacher. 
Um das Wenden zu vereinfachen, und um zu verhindern, dass man eine all zu dicke, innenligende Naht hat, habe ich die Ränder abgeflacht.
Beim Betrachten einiger Originale hatte ich festgestellt, dass auch diese zu den Kanten hin flacher wurden.
Das Abflachen war wieder eine dieser Arbeiten, die mit ordentlichem Werkzeug einfacher von der Hand gehen. 
(Nur am Rande, der Erlös der Schläppchen ging kommentarlos für den Einkauf neuen Werkzeuges drauf.)
Round one of curse was the manufacturing of the soles.
This time, since I was working with a "same last" the shaping of the soles was much easier.
To make tuning easier, and to prevent a thick inside seam, I thinned the edges of the soles. I had seen this on photos of originals a while back, the soles get thinner towards the edges.
The thinning, again, was one of those tasks that would have been way easier with propper tools.
(FYI the earnings of this pair of shoes, with out a comment or delay, went into buying tools ;) )

Nachdem die Sohle fertig war, die geschlagenen Wunden verheilt und die Flüche verklungen, ging es ans Oberleder. 
Oder, wie in diesem Falle die "Oberseide" 
Da ich mir ja ein Modell ausgesucht hatte, das ich "angelehnt" nacharbeiten wollte, war das Formen des Oberleders nicht so kompliziert. 
Im Grunde sind diese Schläppchen genau so konstruiert wie Espandilles. Also kann man sich von deren Schnittmuster Referenzdaten holen.
Um den Schläppchen ein wenig mehr Stand zu geben, habe ich ein Leineninnenfutter angelegt.
After the soles were finished, my wounds had healed and the curses were mere wrinkels in the wind, it was time to tackle the uppers.
Pure silk, this time.
Since I was working off a model, shaping the upper wasn't really a problem. 
Also, these slippers strongly ressemble modern espandrilles so you can also get some hints off of their construction.
To make the slippers a bit stronger and thicker I lined them with linnen.






 Die Seiten- und Hinternaht habe ich mit schwarzer Seide übernäht, um dem Trimming des Spencers, zu dem die Schuhe getragen werden sollen, gerecht zu werden.
Und, zugegebenermaßen, um das "Verheiraten" mit der Sohle noch ein wenig hinaus zu zögern. 
Denn nach dem Verheiraten kommt das Wenden.
*schluck*
The seams on the sides and the back I covered with black silk, to relate to the trimming of the spencer to which these shoes will be worn.
And also, truth be told, to put of the marriage of the soles and uppers. Cause, after the marriage comes the turning.
*gulp*

Ich muss ehrlich sagen, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das Zusammennähen so zeitaufwendig ist, aber wenn man Innenfutter, Seide und Leder jongliert. . . .
Soll ja auch alles glatt liegen und passen und überhaupt.
To be honest i wouldn't have thought that sewing is so time comsuming when you juggle linnen, leather and silk....
It has to be wrinklefree and smooth.... and so on...

Dafür kann ich aber auch sagen, dass das Wenden viel einfacher ging als erwartet.
Man verzeihe mir hier, dass ich diesen kleinen Trick für mich behalte. ;)
I may also add, that the turning was way easier than I had expected.
My apologies for keeping that little trick to myself. ;)

So ganz fertig waren die Schläppchen noch nicht, es fehlten noch die Knöchelbändchen. Die wurden vor Ort angebracht. 
(Meine liebe Kundin hatte noch Seidenband, ich nicht)
The slippers weren't finished there and then. They were still missing the silk ankle ribbons. Those got fixed at my customers place.
(my customer had left over silk ribbons, I didn't)



Hier das fertige Objekt, an der Kundin,
(Danke an Gundi für die Bildererlaubnis
und für das kommentarlose ins Bild halten des Sonnenschirms aus dem Oh PARASOLe mio Post.)
Here the finished object, as worn by the customer
(thanks to Gundi for letting me use the photos and for the inspired adding of the parasol from the Oh PARASOLE mio post)


Die Schläppchen wurden übrigens für passend und bequem befunden.
Das hört man doch gerne.
For the record, it was mentioned that the slippers were a perfect fit, and rather comfy.
Something you're rather pleased to hear.

Donnerstag, 11. September 2014

Paint me like one of your french girls!

Ich weiß ja nicht ob sies wussten...
Aber ich bin ja eigentlich Malerin.


Also, so ganz eigentlich.
Das ist allerdings eines der besser gehüteten Geheimnisse. 
(jedenfalls wenn man sich meine Verkäufe so anschaut)

Ich male allerdings nicht mehr so oft, und zumeist mehr aus Spaß an der Freude.

Und natürlich hin und wieder auch mal um Anderen eine Freude zu machen.

Ich finde es ja immer ein wenig schade, dass viele in historischem Gewand zum Photographen gehen und sich photographieren lassen, wo man sich doch auch in ähnlicher Preiskategorie malen lassen könnte...
Gut da bekommt man dann nicht 20 verschiedene Gesichtsausdrücke und man kann es vielleicht auch nicht so einfach auf Facebook als Profilbild einstellen. Aber ich finde es immer irgendwie passender.
Das ist jedoch nur meine eigene kleine Meinung.

Als ich neulich in Fulda war konnte man sich dort kostenlos photographieren lassen und bekam die Bilder dann, sogar in recht guter Auflösung, zugeschickt.
(Da kann man als Auftragsmaler natürlich nicht gegenhalten)
Im Gegenzug gab man alle Rechte an den Bildern auf. Ein Faktor der mich doch aufhorchen ließ, zumal der Photograph eher unmotiviert war und nicht mal bereit das Licht neu einzurichten.
So waren nur Bilder in einer Einstellung und vor einem (schwarzen) Hintergrund möglich, und sogar bei Doppelportraits wurde sich strikt geweigert.
Etwas das ich für die ganzen vorhandenen Pärchen schon irgendwie schade fand.


Ich hab mich mal ablichten lassen, genau wie Freunde von mir...
Freunde, die ihre zugeemailten Bilder nicht abrufen konnten und deren Bilder daher "rein zufällig" auf meinem Rechner landeten.

Lange Rede, gar kein Sinn.

Man schaute die Bilder gemeinsam durch... ich bekam einen Persilschein....

und hab dann mal los gelegt.
Darf ich vorstellen:
Herr und Frau Pfarrer


Zugegeben auch kein klassisches Doppelportrait. Aber, dass lag eher daran das ich eine gewisse Basisgröße haben wollte.


Ich gebe offen zu, dass die Bilder weder vom Material, noch von der Technik er authentisch sind. Aber das war auch nicht Sinn des Spiels. Ich wollte einfach nur 2 Freunde malen.
Weil ichs kann.





Donnerstag, 4. September 2014

Abenteuer in Shoetown - der Tragödie dritter Teil - Form gebend

Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass ich mich manchmal schon ein wenig wundere.
Dieses Projekt scheint schon recht viele Beobachter zu haben, die sich hin und wieder dadurch zu erkennen geben, dass sie fragen wann sie bei mir Schuhe bestellen können.
Das ist schon ein wenig verstörend wenn man in Kontext nimmt, dass ich noch kein fertiges Paar Schuhe vor zuweisen habe, sondern eher vor mich hin dilettiere. 
(Dabei nicht verlegen, jeden Fehlversuch auch zu dokumentieren.)
Nicht falsch verstehen, natürlich fühle ich mich geehrt, dass mir ein solches Vertrauen entgegen gebracht wird, aber ein wenig irrittierend ist es dennoch.

Anyways.
Heute gehts weiter mit unserem kleinen Projekt.
Beginnen wir mit dem Ende.
LOL

Naja sagen wir lieber das Ende eines Fehlversuches. 

Dies ist die erste Basisform mit der ich gearbeitet habe. Der Leisten war recht rund an der Spitze, aber zum Ausprobieren perfekt.
Anhand dieses Leistens habe ich den ersten Schuh zusammengebaut, aus Leinwand, Moosgummi und Panzer Tape.

(Nicht lachen!)



Hierbei ging es einfach darum einen schnellen, und effizienten Weg zu finden die einzelnen Teile zu entwickeln und zu verbinden, um zu sehen ob der Schuh so funktionieren würde wie ich mir das vorstellte.





Und siehe da, es klappte!





Im Zweifelsfalle: tatsächlich tragbare Schuhe!
Selbst die Form ging schon ansatzweise in die richtige Richtung.
Bei Ebay hatten wir noch einen weiteren Leisten ersteigert, in der Grundform spitzer und dadurch näher an dem nach zu arbeitenden Original.
Als dieser ankam war der Entschluss schnell gefasst mit dieser Form weiter zu arbeiten.
Und diesmal direkt in Leder.

Aus den ersten Versuchen hatte ich eine Schablone hergestellt, die sich auf den neuen Leisten problemlos umändern ließ.
Von einem anderen Projekt hatte ich noch einen Lederrest, der genau für einen Testschuh reichte.
Also ans Werk!


Das zugeschnittene Oberleder wollte vernäht sein und die Sohle (diesmal tatsächlich aus echtem leder) wollte zugeschnitten werden....


Es ist übrigens ein echtes Erlebnis, ohne ordentliches Messer 3,5mm starkes Leder zu schneiden...




Beim Zusammenbau habe ich zugegebenermaßen wieder etwas gepfuscht, da der Schuh zu einem Ortstermin fertig sein musste (der Absatz ist auch noch falsch....)


Die Sohle und das Oberleder werden noch mit Pattex Kompakt zusammen gehalten.
*flöt*

Aber das wichtige ist, Form gefällt, Kundin zufrieden, Schuh passt!
Damit wären in diesem Bereich alle wichtigen Fragen beantwortet.
Also welche Form, Höhe, Weite, usw.
Und damit wären auch alle Vorarbeiten erledigt.
Für die endgültige Form wird es nochmal eine Testversion aus Leinen geben, um die Symmetrie zu gewährleisten. Diese Testversion wird später auch als Innenfutter herhalten.
Allerdings mache ich nun erstmal ein wenig Pause bei diesem Projekt.

Ich muss erstmal neues Leder für die Sohlen bestellen.
Denn:
dank einer Anfrage für Empire Schläppchen sind meine Ledervorräte erschöpft.

Um diese wird es im nächsten Abenteuer in Shoetown gehen!
Also die Schläppchen, nicht die Ledervorräte!

Also,
 Obacht!