Montag, 17. Oktober 2016

Die diesjährigen Holzarbeiten


Im Laufe des letzten Jahres standen so manche Bauprojekte an: Die Wandlung vom einsamen Soldaten zur "Mädchen-Lager WG" hieß nicht nur, ein neues Zelt kaufen und ein passendes Gestänge zusammenbasteln sondern auch ein wenig "Lagerluxus" einziehen lassen.



Es ist schon was anderes, ob man eine Uniform im Zelt anziehen muss oder ein Kleid inkl Schnürbrust und allem... 
Also hieß es effizient und platzsparend arbeiten.

Mit dem Beschluss, eine Lagergemeinschaft /Zeltgemeinschaft zu bilden, war auch die Entscheidung verbunden, dem Strohsack auf dem Boden den Rücken zu kehren und doch lieber ein paar cm über dem Boden zu schlafen. Die letzten Jahre bin ich einfach zu oft in Mäusekot aufgewacht.

Ein Steckbett ist die - wenn auch nicht ganz authentische - Wahl, die wir in diesem Falle getroffen haben. Das Internet ist voll mit Anleitungen zum Bau dieser Teile. Ich muss nicht die bazillionste schreiben.
Da wir das Bett  aus oben genannten Platzgründen teilen ist es breiter und die Seitenbretter sind innen mit Dachlatten verstärkt. Um die Seitenteile nicht unnötig zu schwächen, habe ich keine Schlitze für Bretter gestemmt sondern lieber innen aufgelattet und ein Rollrost gekauft.
Tolle Erfindung. Lattenrost zum Einrollen: leicht, bequem. weniger Schlitze zu stemmen!

Wichtiger Hinweis! Innenmaße beachten! 
Immer die Brettstärke mit einrechnen und direkt so zusägen dass das Innenmaß den kaufbaren Breiten entspricht.

Als Auflage auf dem Rollrost dient übrigens der geliebte Strohsack. 
Den ersten Test bei der Zeitreise ins 18. Jhd. in Eichenzell hat das Bett erfolgreich überstanden . :D 


Zum Bett dazu, oder besser in einem kurzen Abstand danach kam das hochgelobte Küchenregal!
Ist es nicht albern über welche Kleinigkeiten man sich freuen kann?
Steckregale wie dieses sieht man immer öfter auftauchen. Wieder ist es keine authentische Lösung. aber in dem Kontext dass Zivilisten im 18. Jhd wahrscheinlich eh nicht unter diesen Umständen gezeltet hätten drückt die Gemeinschaft kollektiv ein Auge zu.

Steckregale sind genauso wie Steckbetten kein Hexenwerk. Im Grunde ist ein Regal einfacher gebaut als das Bett.
Einen richtigen Bauplan habe ich nicht, Breite und Höhe und auch Abstand und Menge der Bretter kann man dem eigenen Gusto anpassen.
Ich habe die Seitenteile und Mittelbretter in der gleichen Breite gewählt damit sich keine Ecken ergeben an denen man ggf. hängen bleiben könnte.

Mein Regal hat eine Breite von 20cm und die einzelnen Bretter sind 100cm inkl Steckverbindung. Die Seitenteile haben eine Höhe von 120cm. Das hat praktische Gründe. Zum einen passen sie waagerecht prima unter den Sitz ins Auto und zum anderen konnte ich materialsparend einkaufen.

Ein spaßiges Spiel, im Baumarkt stehen und rechnen welche Bretter man aus welchem Rohholz sägen kann und / oder wo es sich rentiert.

Wichtig ist, dass die Steckverbindungen nicht zu schmal geschnitten sind und nicht zu kurz. Da die Strapazierfähigkeit noch durch das Loch für den Keil beeinträchtigt wird.
Ich würde aus dem Bauch heraus sagen die breite des Keils sollte zwischen 1/2 und 2/3 der Brettbreite betragen. Die Länge meiner beträgt ca 10cm. Das gibt genug Stabilität und außerhalb des Regals noch Ablagefläche für Kleinkram, was sich im Lager tatsächlich bewährte.

Die Schlitze für die Regalbretter habe ich angebohrt und ausgesägt, ganz klassisch. Dabei sollte man darauf achten das sie nicht zu viel Spiel haben.

Die Löcher für die Keile.... Es gibt verschiedene Möglichkeiten; mit einem Stechbeitel ausheben, aussägen oder mit einer Lochfräse. ich habe letztere benutzt da ich sie einfach zufällig gerade da hatte. Dabei ist wichtig, dass das Loch zur Hälfte (ca) vom Seitenteil verdeckt wird. damit man den Keil auch auf Spannung einschlagen kann.

Die Keile sind Holzreste, auf Form geschnitzt. Meine Empfehlung wäre ein Stück Dachlatte oder ähnliches das man zu einer Seite hin abrundet und im ganzen zuspitzt.
Die flache Seite zum Seitenteil gewand lassen sie sich dann prima einschlagen und stabilisieren das Regal zusätzlich.
Auch wichtig für die Stabilität ist das Füße Aussägen. in welcher Optik man das genau macht ist eigentlich egal. Ein Halbkreis bietet sich einfach an. Dadurch dass das Regal nun nicht auf der vollen Fläche des Seitenteils steht bietet sich weniger Angriffsfläche für Unebenheiten. Die obere Rundung ist reine Deko. Oder eher mein Versuch der selbigen. ;)

Da wir auf einer Wiese gelagert haben, habe ich das Regal, nach dem Zusammenbau, etwas schwungvoller auf den Boden gestellt, die Beine haben sich ein wenig in den Rasen gebohrt dadurch stand es recht sicher.

Bett und Regal haben sich sehr bewährt, und es wird wahrscheinlich noch ein weiteres Regal geben.
Die Klappstuhl Testversionen haben das Lager leider nicht überlebt. Das Holz war zu weich, die Schrauben zu kurz. Das kann ich besser.

Auch die blaue Fourage Kiste (auch ein Prototyp) hat sich sehr bewährt.
Aber über Kisten schreib ich demnächst nochmal en detail ;)

Samstag, 9. Juli 2016

Quiltrock mit Fabelwesenmuster


Ja, ich habe es getan.
Das Monster von dem jede Reenactress sagt "das mach ich im Winter". 
Ich habe mich, angefeuert von ein paar Freundinnen, hingesetzt und mir einen Seidenrock gequiltet.
Dies wird keine lange und breite Anleitung eher eine Art kleines Bilderbuch der Entstehung....

Gearbeitet habe ich mit 12 Pongee Seide. Diese wurde in weiß geliefert und so musste ich sie wohl oder übel färben.


Ich hatte ja gehofft sie behält diese brombeerige Farbe, nach dem Trocknen war sie jedoch eher Brombeerjoghurt.









Das Bügeln entpuppte sich als wahre Herausforderung. Nicht nur dass es nahezu unmöglich ist die fein mäandernden Falten aus dem Stoff zu bekommen, die statische Aufladung bei dem Versuch es zu schaffen macht einen wahnsinnig,



 Tipp vom Profi (höhöhö): besorgt euch vorgefärbte Seide oder geht zur Heißmangel eures Vertrauens. Bei mir guckten sie dort schon arg blöd, auch weil der Stoff natürlich zu breit war um einfach durch die Mangel zu passen.... 

Aber immerhin konnten wir die Falten  deutlich mildern-
Bei näherem Hinsehen kann man sie erahnen, aber dankenswerter Weise baut das Wattieren ja ein wenig stoffstraffende Spannung auf.





 Nach dem Zuschneiden habe ich an einem Reststück getestet, wie sich das Material verarbeiten lässt. Das Futter ist Wolle (gezupft) die "linke Seite" Leinen.





 Dann folgte die Königsdisziplin!
das Aufbringen des Musters


Wie man sehen kann, habe ich mich nicht für den klassischen Rapport entschieden sondern ein flächiges Muster ausgewählt, das sich über die komplette Front bzw. Rückseite zieht. 
Gefunden habe ich das Muster in einem Flickr-Album über eine Quilting Ausstellung in Colonial Williamsburg. Leider habe ich bisher keine weiteren Informationen gefunden.


Ich gehe hier lieber nicht ins Detail. Beim ersten Mal habe ich glaube ich insgesamt 3 Tage gebraucht. Bei der zweiten Seite ging es erheblich schneller! Wenn man mit dem Muster erstmal vertraut ist.....



 Aufgezeichnet habe ich vor dem Zusammenfügen der Lagen - in weiser Voraussicht. Beim Nacharbeiten der Vorzeichnung stellte sich schnell heraus, dass sich der Stoff durch die Schneiderkreide in alle Richtungen zog.

(Tipp am Rande - Pitt Pastellkreide in Stiftform ;) ) 






 Der erste Stich!






Um mir selbst nicht ins Gehege zu kommen, habe ich begonnen alles, was ich gerade nicht bearbeite, einzurollen. 
Gute Idee!


Das Nähen, bzw. Quilten selber fand ich übrigens sehr meditativ. Man kommt gut voran un, da man immer den gezeichneten Linien folgt, kann man gut dabei noch etwas fernsehen oder ein Hörbuch hören. 
Bei mir waren es fürchterlich viele Serienkiller Dokus ;)
Bergfest!


Mein treuer Helfer


Die beiden fertigen Teile, bereit zum Zusammennähen.

Der fertige Rock!


 Der erste Testlauf mit dem passenden neuen Jäckchen.
(Nach einer Vorlage aus dem Germanischen Museum Nürnberg)




 Ich habs geschafft! Und es hat mehr Spaß gemacht als ich dachte.

Hier ein paar Zahlen:

ca. 245m Garn im Muster



Das Erstellen des Musters (unscharfes Photo digital bearbeiten, vergrößern, Muster vektorisieren und druckbar machen sowie ausdrucken und durchpausen in "Reinschrift"?
ca. 7 Tage wobei die Arbeitsstunden selbst nicht gezählt wurden.

Panel 1 - 18 / Panel 2 - 14 Tage (die Differenz ergibt sich aus der Zeit, die ich beim ersten Mal fürs Muster aufzeichnen vertrödelt hab, reine Nähzeit war gleich)
also 32 Tage. 

Panel 2 insgesamt 64h10 Min also im Durchschnitt ca 4,5 Stunden pro Tag.
Wenn man das umlegt auf beide Panel, dann waren es insgesamt knapp 130 Stunden. 

Resumé:

Ich würde es wieder tun.



Dienstag, 5. April 2016

Ein Fächer für den Maskenball


Kürzlich legte mein Chef einen Gegenstand auf meinen Schreibtisch, dessen Anblick mich sogleich in schieres Entzücken versetzte: einen Fächer feinster Qualität aus dem 18. Jahrhundert mit Stäben aus geschnitztem Bein, das Blatt aus dünner Tierhaut bemalt mit figurenreichen Darstellungen. Leider befindet sich das schöne Stück in keinem guten Zustand. Zwar ist nichts verloren, und die Bemalung ist recht gut erhalten, aber ein Außenstab ist gebrochen und das Blatt ist an zahlreichen Stellen entzwei gerissen. Aber die Miniaturmalereien auf dem Fächer sind so spannend, dass ich ihn - mit freundlicher Erlaubnis von Stefan von Reibnitz - hier detailliert vorstellen möchte.

Foto S.v.Reibnitz


Der 27 cm lange Fächer ist aus insgesamt 19 plus 2 Stäben zusammengesetzt, die im sichtbaren unteren Teil durchbrochen gearbeitet und größtenteils mit feiner Blumenmalerei und winzigen goldenen Tupfen überzogen sind. In der Zone unterhalb des Fächerblattes bilden sie stabübergreifend insgesamt fünf Kartuschen, von denen die mittlere eine Gartenansicht, die zweite und vierte Äcker zeigen. In allen drei liegen im Vordergrund Geräte, die zur Bearbeitung von Garten und Feldern gebraucht werden: Pflüge, Egge, Spaten, Sense, Rechen, Sieb und div. Gabeln. Dazwischen sind zwei geschwungene Kartuschen angeordnet, die mit üppigen Früchtestilleben bemalt sind. Auf den  Außenstäben ist je eine große Weintraube zu sehen.



Die Schauseite des Blattes ist ohne Rahmung vollständig mit einer figurenreichen Maskenballszene bemalt. Die bühnenartige Kulisse bildet ein großer Redoutensaal, dessen Wände durch Marmorsäulen und Muschelnischen gegliedert sind. In der Mitte öffnet er sich und gibt den Blick auf eine Säulenhalle im Hintergrund frei. Zu beiden Seiten des Durchgangs sind Orchesteremporen angebracht, hinter deren Balustraden jeweils auf drei Ebenen eine Schar Musiker in rotblauen Livrees und federgeschmückten Hüten bei ihrem Spiel dargestellt sind.


Die Personenstaffage ordnet sich in der Hauptsache zu beiden Seiten des Durchgangs in perspektivischer Staffelung an. Wir sehen maskierte und kostümierte Gestalten zu Gruppen in Gespräch beieinander stehend und tanzende, z. T. in ihren Kostümen aufeinander abgestimmte Paare. Trotz des kleinen Maßstabes wirken manche Gesichter wegen ihrer individuellen Züge fast porträthaft, wie beispielsweise das des beleibten Herrn im schwarzen Talar, weißem Kragen und Barett rechts im Hintergrund, dessen Schnurr- und Ziegenbärtchen wie aufgeklebt wirken.

Betrachten wir die Gruppe im rechten Teil des Fächerbildes eingehender, fallen uns einige Damen in trachtenartigen Kostümen und Hauben auf. Die Dame links neben dem gerade beschriebenen Herrn trägt einen rosafarbenen Rock mit weißer Schürze, ein gelbes Schnürmieder, darunter ein weißes Hemd mit weiten, von blauen Bändern gehaltenen Ärmeln und eine mit Goldborte eingefassten Haube, die über der Stirn in einer Schneppe ausläuft. Bei dieser Kopfbedeckung handelt es sich um eine sogenannte Augsburger Judenhaube, die ich schon in meinem letzten Post vorgestellt habe.  Aber es sind noch andere Hauben aus dem schwäbischen Raum zu erkennen, wie wir sie an der bürgerlichen Tracht in  Augsburg und Ulm finden. Mehrfach ist das sog. Hirnkäppein zu sehen, eine Haube aus schwarzem Samt, die an Stirn und Schläfen in drei Spitzen ausläuft, aber auch die hohe dreieckige Haube aus gestärktem Leinen - Schleier genannt -, die zusammen mit einer große Halskrause zur ständischen Tracht Ulms und Augsburgs getragen wurde.  



Auf Trachtenbildern der Augsburger Kupferstecher Jeremias Wolff und Helena Rohbausch  und in anderen Druckwerken des 18. Jhs. Augsburger Provenienz, die auch Einfluss auf das Balthasar Cornelius Koch zugeschriebene Augsburger Klebealbum ausgeübt haben, finden wir solchermaßen gekleidete Frauen verschiedenen Standes wieder.



Martin Engelbrecht






Augsburger Klebealbum

Augsburger Klebealbum











Auf der linken Fächerseite haben sich neben dem Bauernpaar im Vordergrund einige Figuren der Commedia Dell Arte versammelt. Ganz links scheint Arlecchino einen der in weiße Uniformen gekleideten Wächter zu necken in einer für ihn typischen, auf zahlreichen Abbildungen des 18. Jhs. zu findenden Pose


Weiter im Hintergrund sitzt Mezzettino im Gespäch mit einer maskierten Dame, zu erkennen an dem  rotweißgestreiften Anzug. 
Zur Mitte hin fordert der weißgekleidete Pedrolino eine weiße Dame zum Tanze auf. Daneben sehen wir venezianisch anmutende, in weite Pelerinenmäntel gehüllte Herren mit Dreispitz und Maske und Damen in weiten Kleidern mit eng am Kopf anliegenden Puderfrisuren, dem sog. Tete de mounton, wie er ab den 30er Jahren bis zur Mitte des 18. Jhs. bei den Damen populär war. Dazu tragen sie schwarze, die Mundpartie freilassende Halbmasken .




Rechts im Vordergrund sehen wir zwei seltsam gekleidete Herren im Gespräch. Der linke trägt einen weißen, schwarz getupften Pelerinenmantel mit Kapuze und einen Dreispitz der rechte einen schwarzen Justaucorps mit breiten Ärmelaufschlägen, auf den mit weißen Buchstaben das  Alphabet aufgemalt ist. Der weiße Kragen weist ihn als Gelehrten aus.
Er verneigt sich vor dem Herren im Mantel und weist mit seiner Rechten auf ein um seinen Hals hängendes Schild mit der Abbildung eines Esels. In der anderen Hand hält er einen Gegenstand, der aussieht wie ein Kochlöffel. Möglicherweise stellt er die Spottfigur eines Schulmeisters dar.

Neben den vorgestellten Kostümgruppen gibt es noch eine, die thematisch eine Brücke zu den auf die Landwirtschaft hinweisenden Dekorationen auf den Fächerstäben schlägt. Es sind die in bäuerliche Gewänder gekleideten Personen, wie das Paar links im Vordergrund oder die vier weiß gekleideten Männer und Frauen ganz rechts. Das ländliche Leben repräsentiert auch das tanzende Jägerpaar in eleganten Jagdhabits in der Mitte des Ballsaales.


Die Rückseite des Fächers ist  schlichter gestaltet. Die Stäbe sind undekoriert, das Blatt zeigt eine Bankettszene in einem leeren Raum, die aber nicht minder reizend ist.



Um den reich gedeckten Tisch haben sich acht Personen versammelt. Unter ihnen finden wir einige Bekannte aus der Ballszene der Vorderseite wieder: der junge Mann im roten Renaissanceanzug, der Herr mit dem spitzen Hut, eine Dame mit Hirnkäpplein, die Dame im Jagdkleid (man beachte ihre Kappe!) und der Herr mit dem getupften weißen Mantel. 
Fröhlich plaudernd, trinkend und schmausend sitzen sie beieinander, bedient von zwei Lakaien, die die gleichen kostümartigen Livrees tragen wie die Musiker. Von links trägt einer einen gebratenen Vogel herein, der andere auf der rechten Seite gießt eine Getränk aus einer Kanne in eins der Gläser auf seinem Tablett. 

Martin Eberle schreibt im Band I des Katalogs der Fächersammlung Ute Michaels, "Ein Hauch von Luft und Liebe" (Heidelberg 2014, S. 8), dass die wenigsten Fächer des 18. Jhs. eine eindeutige Lokalisierung oder Datierung erlauben. Bei dem vorgestellten Exemplar verhält es sich offensichtlich ganz anders. Die  bühnenartige Darstellung des Innenraums erinnert an die seinerzeit populären Kulissen für Papiertheater des Augsburger Verlegers und Kupferstechers Martin Engelbrecht (1684-1756). Die malerische Ausschmückung des Fächers zeigt eine Verwandtschaft mit Druckerzeugnissen Augsburger Provenienz wie die oben angeführten Trachtenbilder oder die ebenfalls dort entstandenen Klebealben und lassen den künstlerischen Umkreis Augsburgs spüren. Nimmt man die Tatsache dazu, dass Augsburg im 18. Jh. eine wohlhabende Stadt und bedeutende Produktionsstätte von Luxuswaren war, kann man die Entstehung des Fächers durchaus in Augsburg annehmen.
Modische Details wie die Frisuren der Damen und oder die große Ärmelaufschläge am Herrenanzug deuten auf eine Entstehungszeit um die Mitte des 18. Jhs. hin. 
Die Möglichkeit ihn aufgrund seiner stilistischen Merkmale und insbesondere der dargestellten Trachten zu lokalisieren aber auch seine überaus heiter anmutigen und sehr originellen Miniaturmalereien macht den Fächer, dem es  zu wünschen ist eines Tages wieder in einen besseren Zustand versetzt zu werden, zu einem einzigartigen, kulturgeschichtlich bedeutsamen Exemplar.


Sincerest apologies for only writing a small resume this time.
The original Text is so detailed and elaborate that i don't really feel up to the challenge of translating it all propperly. If you have questions please feel free to ask.

The fan leaf is made of animal skin, the frame is made of bone, with detailed paintings of gardening and farm scenes. More rural than the fan leaf which depicts a masquerade showing not only costumes of the commedia dell'arte but also traditional south german dresses. (mainly with the women)
The figures are painted in such detail that one comes to think some of them might be portraits.
Also the hall in which the ball takes part is painted so three dimensional and detailed that one is reminded of the typical augsburgian paper theatres and Balthasar Cornelius Kochs paste album.

The back of the fan leaf is also painted, showing a feast where we find some of the figures from the front again.

Martin Eberle writes in his 1st volume of the Fancollection of Ute Michaels „Ein Hauch von Luft und Liebe“ (heidelberg 2014 S.8) that most fans of the 18th century are difficult to date and find a location of origin. With this exemplar it appears to be different since the depicted dresses and the style of painting show a clear relation the the Augsburg area.
If you take into context that Agusburg was a rich city and known for the production of luxurious articles it wouldn't be too far fetched to think the fan was manufactured in this area.


Details in Fashion like the womens hairstyles help date it in the middle of the 18th century.

Beitrag: Dr. Hildegund Bemmann