Donnerstag, 18. Juni 2015

Pariser Capote für Frau Holpriger


Nun kann ich endlich raus damit! Dank der Deutschen Bummelpost, war ich dazu verdonnert mit diesem Blogpost zu warten, bis ein längst überfälliges Paket mit einem Hochzeitsgeschenk bei der Adressatin angekommen war. Es enthielt einige Modekupfer entnommen den costumes Parisienne aus dem frühen 19. Jahrhundert, die ich im Namen der Schenkenden in einem Auktionshaus erworben habe. Ich nahm mir die Freiheit, von einem Kupfer Fotos zu machen, denn eine darauf abgebildete Capote reizte mich zum Nacharbeiten. Aber ich wollte natürlich die Überraschung nicht verderben und habe bis jetzt stillgehalten.

Finally I am able to post this blogpost! Due to the german snailmail I had to wait for ages till a special wedding gift arrived at the home of the newlyweds. It contained several fashion plates from the Costumes Parisienne dating to the early 19th century, which I had bought for a group of friends to gift. I took the liberty of making photos of one of the plates, because a capote pictured there was begging to be re-constructed by me.
But of course I didn't want to spoil the surprise by blogging about it before the parcel arrived.


Die besagte Capote erscheint auf dem Kupfer sogar zweimal abgebildet, in Dunkelblau von vorne und von der Seite in Grün. Beschrieben sind sie: "Capotes en Taffetas e Rubands de Paille".  Da von meinem neu bezogenem Schirm noch ein Rest grüner Seidentaft übrig war, wählte ich die grüne Variante. Anstelle der Bänder aus Stroh entschied ich mich für Paspeln aus der gelblichen Seide, aus der ich mein Ballkleid genäht hatte. Sie würden der Capote die gleiche Festigkeit geben.

Said Capote seem to be picutred twice on the plate a front view in dark blue and a side view in green. they're described as "Capotes en Taffetas e Rubands de Paille".I had some green silk tafetta left over from a parasol I recently revamped so it wasn't far a leap to decide on the green capote. Instead of the straw ribbons I decided on piping made of the yellow/orange silk I had used for my ballgown. It would give the capote the propper grip.

Zuerst machte ich mich an die Tüftelei für den Schnitt. Die Krone ist aus zehn dreieckigen Segmenten zusammengesetzt, deren Seitenteile zur Spitze hin leicht gekrümmt sein müssen, damit aus ihnen eine hohe Kuppel entsteht. Über einige Versuchen mit Dummies aus Pappe gelangte ich endlich zur richtigen Form. Für den ebenfalls aus einzelnen Teilen zusammengesetzten Schirm ging ich ebenso vor.

First I had to fiddle with the pattern. The Crown is made of triangular segments, slightly curved towards the tip so they form a high dome. I nedded several trial cardboard mock ups but finally found the right form.
The visor is made of similar shapes.

Mit Hilfe der so entstandenen Muster schnitt ich die Segmente nun sowohl aus der grünen Seide als auch aus steifen Stramin - diesen ohne Nahtzugabe - aus, der der Festigung der Form dienen sollte. Aus der "nimmzweifarbenen" Seide fertigte ich lange schmale Streifen, in die ich dickes Häkelgarn aus Baumwolle einlegte. Das wurden die Paspeln, die die "Rippen" zwischen den grünen Segmenten bilden. Ich mag Paspeln, sie betonen so schön die Formen und lassen alles hübsch adrett aussehen. Nachdem die Kuppel zusammengenäht war, versteifte ich die Segmente mit dem Stramin. Beim Schirm ging ich genau so vor.

Using the paper patterns I cut the shapes from the silk and thick stramine, the latter without seam allowance because it was meant for adding strenght and shape. From the yellow silk I cut long ribbons in which I wrapped thick crochet yarn for the piping. the ribs between the green segments. I like piping they underline the shapes and make everything look so neat and clean. After putting together the dome I put in the stramine to stiffen it. Again I used the same technique with the visor.

Da ich wirklich nur noch einen knappen Rest der grünen Seide hatte, fütterte ich den Schirm mit der Nimmzweiseide. Die Krone bekam ein Futter aus cremefarbener Seidentaft.

Since there was only a wee bit left over of the green silk I made the lining for the visor from the yellow silk and lined the cown with a cream coloured silk.


Auf die Spitze der Kuppel setzte ich einen grün bezogenen Holzknopf,  Die über ihn gespannten gelben Seidenfäden sind ein Echo auf die Form der Hutkrone.

A covered wooden button was added to the top of the dome. the silk threads crossing it are picking up the basic shape concept of the crown.


Zum Schluss fertigte ich noch ein langes, ebenfalls von gelben Paspeln eingefasstes Band, aus dem die seitlich sitzende Schleife und das mit Häkchen geschlossene Kinnband entstanden.

Finishing touch was a ribbon, also with yellow piping. This ribbon I used on the bow and a chinstrap which closes with a hook and eyelet.


Nun hab ich einen zum Schirm passenden Hut, oder einen zum Hut passenden Schirm, wie ihr wollt. Ist das nicht fast ein bisschen dekadent für Frau Holpriger?

Now I have a hat matching my parasol, or a parasol matching my hat. Probably a bit decadent for Mrs Holpriger?

Donnerstag, 21. Mai 2015

Mme Holpriger macht sich fein für die Putz- und Modehandlung.


In ein paar Wochen wird sich Mme Holpriger auf die Reise begeben, um ihre Stellung als Stickmeisterin in der Putz- und Modehandlung Mme Bettinger zu Menden anzutreten. Dafür braucht sie noch einiges für ihre Ausstattung.

In a few weeks Mme Holpriger will begin her journey, to pick up her position as head of embroidery in the Putz- und Modehandlung Mme Bettinger zu Menden. For that endeavour she needed  few pieces of outfit


Unlängst konnte ich auf Ebay einen Modekupfer erwerben, der mir als Vorbild für Frau Holprigers Erscheinungsbild perfekt passend erschien. 

Recently I was able to aquire a fashion plate on Ebay. Which, I decided, was a perfect fit for Mme Holprigers Style of fashion.


Der Kupfer stammt - wie ich nach kurzer Recherche herausfinden konnte - aus der Sammlung „Costumes d'ouvrières parisiennesdes Kupferstechers Georges-Jacques Gatine (1773-1841?). Auch für die Vorbereitung der Veranstaltung im Mendener Schmarotzerhaus ein glücklicher Quellenfund, denn aus diesen hochinteressanten Modekupfern ist eine Fülle von Anregungen zu schöpfen.Viele der dort abgebildeten „werktätigen“ Damen passen stilistisch in das für das Ereignis angesetzte Jahr1814. Sie sind mit den Attributen ihrer Berufe in zweckmäßiger aber dennoch modisch verfeinerter Kleidung abgebildet. Die Kupfer zeigen viele bezaubernde Details, die die Belegschaft der Putz- und Modehandlung in schieres Entzücken versetzten.

A bit of research told me that it belonged to the Collection „Costumes d'ouvrières parisiennes of the engraver Georges-Jaques Gatine (1773-1841?). This also was a nice source find for the preparations for the event in Menden, because we were able to use this highly interesting fashion plates for suggestions. 

Several of the depicted "working" Ladies fit, by style, perfectly in to the year 1814, which we'll be depicting in the Putz- and Modenhandlung. They're pictured with the signs of their trades, in functional but also fashionably refined dresses. The plates show a lot of enchanting details. which enraptured the ladies of the Putz-and Modenhandlung.
Die Dame auf meinem Kupfer ist in einem auf dem ersten Blick schlichten Kleid bei der Arbeit an einer Borte aus Weißstickerei dargestellt. Eine solche Arbeit habe ich gerade für mein Vernet-Projekt fertiggestellt, und wird auch auch zu meinen Aufgaben in der Modehandlung gehören.

On first impression, the lady on my fashion plate is depicted wearing a plain dress, working on a whitework lace. I just finished such a piece for my Vernet-Projekt, and such work will also be part of my duties at the Modehandlung 


Die Haube der Stickerin fällt als erstes ins Auge. Sie umschließt den ganzen Kopf, umrandet das Gesicht mit zierlichen Rüschen und trägt ein allerliebstes Rüschenkrönchen. In der online einzusehenden Version ist das Kleid weiß gelassen und das karierte, überkreuz getragene Brusttuch blau-violett koloriert
Die Version in meinem Besitz gefällt mit besser. Das rot-hellbraun gemalte Fichu bildet einen hübschen Farbkontrast zum hellblauen Kleid.

The first thing you notice is the cap of the embroideress. It encloses the whole head and frames the face with petite frills and is topped by a most charming frilly crown. In the online viewable Version the dress is kept white and the plaid, crossed over worn kerchief is coloured blue-violett.

I prefer the version which I own. The red-light brown painted fichu makes a nice contrast to the light blue dress.

Ich machte mich an die Arbeit, und das Reizvollste zuerst: die Haube! Sabine Schierhoff (Kleidung um 1800), die schon sehr viel Erfahrung in der Anfertigung von Hauben des frühen 19. Jhs. hat, war so freundlich, mir den Grundschnitt für die Haube zur Verfügung zu stellen. Nochmal lieben Dank für diese zeitsparenden Hilfestellung!

I started my work with the most tempting piece. The cap! Sabine Schierhoff (Kleidung um 1800), who has a lot of experience making caps of the early 19th century. She was so kind to give me a pattern to use. 
Again many thanks for this time-saving help!

Sehr aufwändig war die Herstellung von nahezu vier Metern beidseitig von Rollsaum eingefasstem Batistband, aus dem die Rüschen gefertigt wurden. Aber das Ergebnis belohnte, es kommt, wie ich finde, dem Vorbild doch recht nahe.

Especially extensive was the manufacturing of four meters both-sided rolled hem batiste ribbon, which I needed for the frills. But the outkome was rewarding. I think I got rather close to the original.

Da ich mit Arbeiten für „solche, die Vater und Mutter tot geschlagen haben“, nun recht vertraut war, machte ich mich an das Rockteil des scheinbar so einfachen Kleides aus Baumwollbatist. Dieses ist nämlich mit sage und schreibe 18 Stufen ausgestattet, die ich – selbstverständlich – in meditativer Handarbeit fertiggestellt habe.

Since I was now well versed in those kinds of labour for people who killed their parents, I decided to start with the skirt part of the, seemingly so simple, cotton batiste dress. This was adorned by, believe it or not, 18 pipings. Which I - of course - meditatingly handsewed.

Zuvor bekam der weiße Batist ein taubenblaues Färbebad, das, wie ich beim Zuschnitt feststellen musste, ein nicht ganz gleichmäßiges Ergebnis und einen zu blassen Farbton erzielte. Daher wiederholte ich das Färben nach Fertigstellung des Kleides. Nun passt die Farbe und gleichzeitig ist der verwendete weiße Nähfaden aus Baumwolle mit eingefärbt.

Before I began the batiste got a dove blue dyebath, which, as I noticed when cutting the pattern, hadn't the best and most even of results and a far too light colour. Therefor I repeated the dying after I finished the dress. This also had the effect that the, used, white cotton thread got a spot of colour aswell and blended nicely into the fabric.

Die Suche nach dem Soff für das Brusttuch war schwieriger als gedacht. Der karierte Stoff durfte nicht zu dick sein und sollte möglichst die Farbkombination rot-hellbraun aufweisen. Ganz genau so konnte ich ihn nicht finden, aber der gewählte von Dutchfabric kommt dem Vorbild recht nahe. Ich habe ihn zu einem Dreieck geschnitten, da er mit einem gefalteten Quadrat um die Schultern zuviel Stofffülle entwickelt. Die lange Kante habe ich rollgesäumt, die restlichen ausgefranst, so wie es auf dem Kupfer zu sehen ist.

The search for the kerchief was more difficult than I would've thought. The plaid fabric shouldn't be too thick and should've the right colour combination of red and light brown. I wasn't able to find exacly the same, but the one from Dutchfabric I decided on is quite close to the original. I cut a triangle because a floded up square was too voluminous around the shoulders. The long edge I roll hemmed and the short ones I frimbated. Just as it is on the fashion plate.



Der umgebundene Kragen aus fein gefälteltem Batist, der ein bisschen an die Manschetten von operierten Hunden erinnert, war recht schnell aus einem Stück antiken plissierten Stoffstreifen aus meinem Fundus hergestellt.
The tie around collar is made of crimped batiste which resembles loosely, the funnels you use on freshly operated dogs. It was made rather quickly from a piece of pre existing antique fabric which I had in my fundus.
Die passenden Schuhe fand ich als günstiges Schnäppchen auf ebay. Yay! Seidenschleifchen dran und fertig.
The matching shoes were a catch on Ebay. YAY! Atach a silk ribbon and finished.



Die Vorlage war nun gänzlich „abgearbeitet“, jedoch schien mir die Ausstattung für Frau Holpriger noch nicht vollständig. Bei der Durchsicht von Gatines Pariser berufstätigen Damen fiel mein Blick auf die Schürzen. Eine schwarze sollte es sein, passend für die Arbeit mit Nadel und Faden. Schon im 18. Jh. waren Schürzen aus schwarzer Seide für diese Tätigkeiten beliebt. Dazu mehr hier.

I now had finished the whole fashion plate, but it seemed not complete. Mme Holpriger was still missing some things. Whilst browsing throught Gatines parisian working women the aprons caught my eye. A black one, I decided, should be perfect. Suitable for work with needle and thread. Even in the 18th century black silk aprons were favoured for this task. More on the topic here.

Nun für Seide reichte Frau Holprigers Budget nicht, aber aus schwarzer Baumwolle sollte es wohl gehen. Die Blumenfrau in Gatines Sammlung trägt zwar eine rote Schürze, hat aber sonst einige Gemeinsamkeiten mit Frau Holpriger: der plissierte Kragen und das hellblaue Kleid mit dem gestuften Rock. Die Form ihrer Schürze mit den schmalen Trägern und einer praktischen Tasche nahm ich als Vorbild.

Well, silk was a wee bit steep for Mme Holprigers budget. But black cotton would do nicely. The flowerseller in Gatines collection is wearing a nice red apron, but apart from that has a lot of similarities to Mme Holpriger. The crimped collar, and the light blue dress with the piped skirt. I decided to model mine on her apron with the slim straps and practical pocket. 

Dazu reizte mich auch der Camisole, der Blumenfrau. Den gleichen trägt auch Gatines Köchin mit dem wunderbaren Turban aus einem Madrastuch. Im Sauerland kann es ja durchaus mal kühler werden! Da lag noch ein cremefarbener Baumwollstoff mit einer reizvollen Streifenstruktur in der Stoffkiste. Mit ein wenig Orientierung an Sabines Camisole war das gute Stück in zwei Tagen fertiggenäht. 

In addition the camisole of the flowerseller appealed to me. Gatines cook is wearing the same one along with a wonderful turban made of Madras kerchief. It might get a bit colder in the Sauerland! I had some nicely striped cream coloured cotton fabric in my fabric crate. With a bit of orienting on Sabines Camisole I finished the little thing in two days.

Und dann wollte ich die Sache mit dem Madrastuch über das Haube unbedingt auch noch ausprobieren...

Of course I also had to try the Madras kerchief worn over the cap...
Nun denke ich, dass ich zusammen mit meinen Nähutensilien – darunter das von Sonja frisch restaurierte Nähkästchen  für meine Aufgabe als Stickmeisterin, wohl ausgerüstet bin.
Ich freue mich schon riesig auf das Wochenende in Mme Bettingers Putz- und Modehandlung!

I think, along with my sewing utensils - amongst them the ,by Sonja, freshly restored sewing box, I'm well prepared for my task as head embroideress.

I am really looking forward to the weekend at mme Bettingers Putz- und Modenhandlung!





Donnerstag, 9. April 2015

Vernet's Incroyables Shirt


Guddn n'Aabend!

Sorry aber wenn ich schon einen Post über ein Hemd schreibe dann doch zumindest einen spassigen, oder?
Es ist mal wieder Vernet Zeit.
Mein Projekt ist ja einer der Incroyables, der unbeschreiblichen, ungeheuerlichen!
Da fällt es schwer noch nicht zu verraten welchen Modekupfer ich abbilde.
Zum einen sind es nicht so viele und zum anderen sind sie so auffällig das es durch Farben und Schnitte viel zu schnell her zu leiten ist.
Also gehe ich ein wenig um die Ecke.

(I apologise for starting off with a joke which probably only germans get)
It's Vernet time again. 
My project is one of the Incroyables. of the undiscribalbes unfathomables. 
So it's rather difficult to not give it away which plate I am re-creating.
there are lesser incroyables and they'Re rather flashy so the colours and patterns might give them away more easily.
So I'm taking a detour.

Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht genau was ich schreiben soll. Eine lange Abhandlung über die Rolle des Hemdes in der Herrenmode? Besonders weil man es auf dem Kupfer eh kaum sieht.
Nein, es ist ein weißes Hemd. 
Gefertigt nach dieser Anleitung:
(An dieser Stelle ein Danke an Alexa für die tolle Beschreibung)

Actually I don't really know what to write. We all don't need a lengthy text about the role of the shirt in mens fashion. Especially since you barely see it on the plate.
It's just a white shirt.
Made with this tutorial:
(Here a quick thank's to Alexa for the tutorial)

Ich gebe offen zu, dies ist nur ein Alibipost, um fest zu halten das ich das Hemd genäht habe.

So this is just an alibi post to point out that I sew the shirt.


NAja... und um diese Bilder zu machen...

well... and to take those photos....



Sorry.... could not resist.


bye ;)



Donnerstag, 26. März 2015

Putz und Modenhandlung in Menden

Am Samstag, den 13. Juni 2015 wird eine kleine, ausgesuchte Gruppe von Reenactors und Costumers eine Putz und Modenhandlung aus dem Jahr 1814 ins Leben rufen. In einem idyllischen Schmarotzerhaus in Menden.
Im Rahmen dieser Aktion haben wir beschlossen eine umfassende Briefschreibaktion ins Leben zu rufen.
Die Details dazu findet ihr hier und hier

Wir / ich würden uns sehr über allerlei Zuschriften freuen.
Ihr wisst ja, ein paar Utensilien bekommt ihr auch bei mir

On Saturday the 13th of junde 2015 a small group of handpicked reenactors and costumers will let a  fashion and hat shop come to life in a idyllic house in Menden.
Accompanying this event, we decided to start a letterwriting happening. 
the Details you'll find here and here.

We / I would be totally over the moon if there were many different letters.
You know, some of the utensils you can get at my place

Donnerstag, 19. März 2015

Büroklammern mal anders / A different kind of paperclip

Heute begrüssen wir euch mal wieder beide,
denn der folgende kleine Beitrag ist eigentlich eher auf Gundis Mist gewachsen.
Vor ca. 2 Wochen stolperte sie bei der Arbeit in einem alten Buch über etwas, das man im weitesten Sinne als Büroklammer, Marker oder Lesezeichen bezeichnen könnte. In dem Buch, einem Werk über Mathematik aus dem Jahre 1743, steckten mehrere dieser Lesezeichen und dokumentierten quasi den Leseprozess seines letzten Benutzers.

Tode we're both welcoming you.
Because the following article is more Gundis doing than mine.
Roughly 2 weeks ago she found something in an old book that you might call a paperclip, marker or booksign.
The book.... published in the year 1743 contained several of those booksigns which, more or less, documented the readers reading process.







 Dies muss wohl schon lange Zeit her gewesen sein, denn Gundi untersuchte die recht simple, aber sehr praktische Papierkonstruktion näher und kam zu dem Schluss, dass die Lesezeichen auf Grund des Zustandes, des Papiers, und der Farben nicht viel jünger sein können, als das Buch selbst.
This seemed to be rather long ago, because Gundi investigated the rather simple paper constructions more closely and came to the conclusion that, due to the condition of the paper, the faded colours, the clips can't be much younger than the book.

Auch nach ausführlichen Googlerunden haben wir beide bisher keine Referenzen gefunden, die uns bei der Datierung hätten helfen können. 
(wer also informationen / Quellen hat, immer her damit!)
Even after googling thuroughly, both. We haven't, yet, found references that might help us date them.
(If you have any information / sources, please share!)

Diese kleinen Lesezeichen / Büroklammern sind nicht nur authentisch sondern auch äußerst praktisch und sehr papierschonend! Auch nach über zweihundert Jahren an Ort und Stelle haben sie keinen, auch noch so feinen, Abdruck im Papier hinterlassen. Daher habe ich beschlossen diese hübschen Helferlein nach dem historischen Vorbild herzustellen .
Und um sie sicher aufzubewahren, habe ich gleich noch passende Schächtelchen dazu gebaut.
:)
Those little booksigns/markers are not only authentic but also really pactical and easy on the pages! Even after being in place for more than a hundred years they haven't even left the faintest of marks on the paper. That's why I deceided to make my own.
And to keep them safe, I decided to make some Boxes to keep them in, aswell.













Donnerstag, 12. März 2015

Open Front Jacket 2

So, und jetzt nochmal in schön.
Once again, in nice.

Wie man meinem vorhergehenden Blogpost schon entnehmen konnte, oder zumindest dessen Titel, war das letzte, inzwischen fertiggestellte, Projekt ein open front jacket fürs 18.
Ich hab ja - gefühlt - gerade erst begonnen meine Ausstattung zusammenzustellen (ja, ja wenn man die Darstellung wechselt).
As you might have noticed in my last post, or at least from it's title. My last, now finished, project was an 18th century open front jacket.
I'm still at the beginning of getting my gear together, or at least it feels like it.
(yeah, I know, the issues when changing your role)

Die Jacke war so ein „ach kann man mal machen“ Projekt. 
Eine Freundin hatte mir schon vor längerem das Bild vom Schokoladenmädchen unter die Nase gehalten und direkt erwähnt, dass sie noch gerade genug Seide in einem ähnlichen Farbton hätte, um so ein Jäckchen zu nähen.

Lange war das Thema ins Hintertreffen geraten, bis neulich die Freundin mit der Seide und dem Schnittmuster vor der Tür stand.
Es gab kein Entrinnen!
The jacket was one of those "some time i'll get around to doing it" project. A friend of mine had shown me the image of the chocolate girl whilst mentioning that she'd have enough silk left over to make such a jacket.
We postponed the project for quite a while, till the friend finally appeared on my doorstep, silk and pattern in hand.
There was no escape!

Diese Art Oberbekleidung ist eher ein "Alltagsgerä"t, etwas Bürgerliches, in dem man ich gut bewegen und arbeiten kann. 
Sozusagen das Jeans und Sweatshirt des 18ten.
Hier ein paar Beispiele bei welchen Gelegenheiten man es vielleicht trug.
This kind of wear was the middle class day to day wear. Something you could move and work in. The jeans and sweatshirt of the time, so to say.
Here some examples on for what one might have worn it:







Um Kunst zu machen, zum Beispiel.
For making art, for example.










Oder um zu Musizieren.
Or to make music.







Für einen Ausflug in die Stadt.
For a trip into town.













Oder um einfach die Natur zu geniessen.
Or to just enjoy the spoils of nature.